Durch meine langjährige Tätigkeit als Beautyjournalistin sind Spa-Besuche und Behandlungen Teil meiner Arbeit und die Do’s und Dont’s im Spa habe ich mittlerweile so verinnerlicht, dass ich darüber nicht mehr nachdenke. Dabei vergesse ich allerdings auch schnell, dass es viele Menschen gibt, für die ein Spa ein fremdes Terrain ist, und ich wundere mich regelmäßig über das Verhalten anderer Gäste. Oftmals ist es aber Unwissenheit und nicht Ignoranz. Darauf hat mich Anna-Lena Müller, langjährige Trainerin International bei Ligne St Barth, gebracht, als ich kürzlich das Vergnügen hatte, von ihr behandelt zu werden. Ihre Aussage hat mich nachdenklich gestimmt und ich beschloss, gemeinsam mit ihr einen Knigge für Spa-Besuche zu erstellen, um das Vergnügen bei dem nächsten Aufenthalt in einem Spa für alle Seiten so angenehm wie möglich zu gestalten.

Dresscode

Wenn man in dem Hotel nächtigt, in dem man das Treatment gebucht hat, sollte man gleich im Bademantel, Unterwäsche, Einweg-Slips oder Bikini und Badeschuhe zum Termin erscheinen oder so zeitig, damit man sich noch in Ruhe vor Ort umziehen kann. Bademantel und Schuhe liegen meistens auf dem Zimmer kostenlos für die Zeit des Aufenthalts für Gäste bereit. Bitte auf direktem Weg ins Spa und nicht im Spa-Outfit noch einen Hotelrundgang machen oder so im Restaurant erscheinen, außer es ist vom Hotel aus explizit erlaubt. Externe Gäste bekommen diese Sachen meist an der Rezeption ausgehändigt. Das gilt auch für gut geführte Day- und Cityspas, die keine Anbindung an ein Hotel haben. Wer unsicher ist, ruft vor dem Termin an und fragt nach.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Man ist zur Erholung da und auch andere Gäste möchten den Aufenthalt im Spa-Bereich genießen. Liegestühle mit Handtüchern oder privaten Accessoires stundenlang zu „reservieren“ wird deshalb nicht gerne gesehen, genauso wie laute Gespräche und Menschen, die den Pool kurzerhand zur Partyzone erklären oder Eltern, die ihren Nachwuchs unbeaufsichtigt herumtoben lassen. Der Pool ist kein Freibad. Ein weiteres No-Go ist das Rauchen im Wellness-Bereich und natürlich Tiere.

Handy aus

Zur Ruhe kommen sollte das Ziel sein, wenn man sich eine Wellness-Behandlung gönnt. Deshalb einfach mal das Handy während eines Treatments abschalten bzw. es in der Umkleide oder auf dem Zimmer lassen. Wenn man es unbedingt dabei haben muss, sollte es so lange ausbleiben, bis man den Wellness-Bereich wieder verlassen hat.

Hygiene

Wenn möglich sollte jeder frisch geduscht und mit gepflegten Füßen zu seinem Termin erscheinen. Auch wenn Therapeuten so mancherlei gewohnt und es ihr Job ist, kann man auch deren Arbeitstag so angenehm wie möglich gestalten.

Krankheit

Bitte nur gesund und ohne Erkältung zum Termin erscheinen. Auch Therapeuten würden gerne in den nächsten Tag wieder zur Arbeit kommen und nicht krank im Bett liegen. Außerdem macht eine Behandlung keinen Sinn, wenn sie ständig unterbrochen werden muss, weil der Gast die Nase putzen oder unentwegt husten muss. Wem Hautkrankheiten, Sonnenbrand, Allergien, Bluthochdruck o.ä. zu schaffen machen, sollte das vor dem Buchen eines Termins ansprechen, um ggf. eine böse Überraschung zu vermeiden, weil die Behandlung nicht wie vereinbart erfolgen kann.

Make-up

Man erspart allen Beteiligten Zeit, wenn das Make-up vor einem Facial entfernt wird, vor allem wenn man mit wasserfesten Produkten arbeitet. Es wäre doch ärgerlich, wenn die tolle Behandlung nicht richtig vollendet werden kann, weil das Entfernen so lange gedauert hat.

Sauna

Aus Hygienegründen gilt: kein Schweiß aufs Holz. Deshalb muss immer ein Handtuch zwischen der Haut und den Kontaktflächen in der Sauna gelegt werden. Bei uns in Deutschland ist der Sauna-Bereich zudem eine textilfreie Zone. Wer trotzdem nicht nackt schwitzen möchte, wickelt sich einfach ein Handtuch um den Körper.

Speis und Trank

Der Wellness-Bereich ist keine Picknickzone. Getränke und Essen mit zu bringen, sollte man einfach sein lassen. Meist gehört ein Tee vor und nach der Behandlung zum Programm und Wasser gibt es in der Regel gratis dazu. Man wird also nicht verdursten. Vor dem Termin sollte nicht mehr so schwer gegessen werden, denn das sorgt für Unwohlsein, wenn man z.B. auf dem Bauch liegen muss.

Trinkgeld

Was im Restaurant gilt, gilt auch für das Spa. Wenn man mit der Leistung zufrieden ist, sollte man als Anerkennung zwischen 5-10% der Gesamtrechnung als Tipp geben. Sollte man mit der Behandlung allerdings nicht zufrieden sein, nicht den Unmut herunter schlucken, sondern konstruktive Kritik üben. Am Besten noch während der Behandlung, damit die Therapeuten noch die Chance haben, darauf zu reagieren.

Zeit mitbringen

Hektik und Zeitdruck nutzt niemand etwas und wirkt sich zudem kontraproduktiv auf die Behandlung aus. Also Telefonate, Termine, Meetings et cetera an dem Tag so legen, dass man das Treatment in Ruhe genießen kann. Optimal wäre es, wenn man anschließend noch Zeit hat, sich im Ruheraum zu erholen. Und wenn wir schon gerade über Zeit sprechen, die ist bei Therapeuten auch nur begrenzt für einen selbst vorhanden. Deshalb sollte man auf Verspätungen verzichten, denn sonst wird die Behandlungszeit ebenfalls unnötig verkürzt.

Advertorial

Bild: Ligne St Barth


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