10 Fragen zum Thema Zahn-Implantate

Zahn Implantate

Dr. Marcus Baumgarten, der seit 2010 im Sieg Carré in Siegen seine Praxis betreibt, stand mir bereits in der Vergangenheit Rede und Antwort rund um das Thema Zähne. Dieses Mal stillt er meine und vielleicht auch Eure Neugierde bezüglich Zahn-Implantate.

1. Was sind Implantate?

Implantate in der Zahnmedizin sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen verschiedene Formen von Zahnersatz verankert werden können.

2. Für wen sind sie geeignet?

Für fast jeden Patienten, der einen oder mehrere Zähne verloren hat. Es gibt nur wenige Kontraindikationen. Patienten mit Parodontose müssen vorher gründlich saniert werden. Auch muss die lebenslange Nachsorge der Implantate gewährleistet sein.

3. Aus welchen Materialien werden die Implantate hergestellt?

Die meisten Implantate werden aus Titan hergestellt. Wenn das Implantat sauber ohne Verunreinigungen hergestellt wird, gibt es keine Unverträglichkeitsreaktionen. Deswegen bitte keine Billigimplantate.

4. Was sind die häufigsten Ursachen für die Verwendung von Implantaten?

Zahnverlust. Ideal sind Implantate für junge Menschen, die nur einen Zahn verloren haben. Vollprothesenträger können mit Implantaten wieder festen Zahnersatz erhalten. Damit gewinnen sie wieder Lebensqualität. Sehr gut sind Implantate auch geeignet, wenn die hinteren Zähne verloren gingen und ein abnehmbarer Zahnersatz vermieden werden kann.

5. Was ist der Vorteil gegenüber Brücken und Prothesen?

Für Brücken müssen häufig gesunde Zähne abgeschliffen werden. Dieses kann zu Entzündungen und schlimmstenfalls sogar zum Zahnverlust führen. Prothesen ohne Implantate halten kaum. Die Patienten sind stark eingeschränkt und sozial gehandicapt. Dazu essen Prothesenträger häufig nur noch weiche Nahrung, wodurch weitere Erkrankungen entstehen. Dieses kann man mit Implantaten vermeiden.

6. Wie oft müssen Implantate erneuert werden?

Im Idealfall ein Leben lang nicht. Nur in den Fällen, wo ein Implantat sich entzündet, muss es wie ein natürlicher Zahn entfernt werden. Deswegen ist es so wichtig, den Patienten zu erklären, dass sie lebenslange Nachsorge brauchen, da ein Implantat nicht besser als ein natürlicher Zahn, welcher auch verloren gehen kann, ist. Ist diese gewährleistet und liegen keine Risiken wie Rauchen oder Diabetes (Zuckerkrankheit) vor, sind die Implantate sehr unkompliziert in der Anwendung und halten sehr lange. Die ersten Implantate in der Zahnmedizin sind vor jetzt fast sechzig Jahren gesetzt worden und immer noch im Munde eines Schweden.

7. Sieht man einen Unterschied zu den natürlichen Zähnen?

Man sieht keinen Unterschied, wenn ein erfahrener Implantologe diese setzt. Das Implantat ist aber anders biologisch verankert im Knochen als der Zahn. Deswegen braucht es mehr Pflege. Die Kronen auf den Implantaten können unsere guten laboreigenen Zahntechniker so perfekt wie natürliche Zähne gestalten.

8. Wie werden die Implantate eingesetzt? Wie sieht die Vor- und Nachbereitung aus?

Die Implantate werden in einem kleinen chirurgischen Eingriff eingepflanzt, der unter hygienischen Bedingungen durchgeführt werden sollte. Vor dem Eingriff muss die Mundhöhle entzündungsfrei sein. Bewährt hat sich eine professionelle Zahnreinigung kurz vor dem Eingriff, um die Anzahl der Bakterien in der Mundhöhle zu reduzieren. Sind größere Knochendefizite vorhanden und muss ein Knochenaufbau gemacht werden, so ist eine medikamentöse Abschirmung notwendig.

9. Wie behandeln Sie Patienten, die Angst vor diesem Eingriff haben?

Das wichtigste ist Vertrauen. Der Patient muss verstehen, dass ihm die Implantate helfen und ihm Lebensqualität geben. Für ängstliche Patienten gibt es auch Medikamente zur Beruhigung. Bei den nicht seltenen Zahnbehandlungsphobien kann auch ein Dämmerschlaf oder sogar eine Vollnarkose hilfreich sein.

10. Was kosten Implantate?

Eine Implantation kostet zwischen 700 € und 1000 € je nach Aufwand und Implantat-Hersteller. Dort gibt es große Preisunterschiede.

Werbung

Bild: Brita Sönnichsen



Veröffentlicht am
2. März 2017



Kommentare

  • Ich weiß nicht wie es anderen geht, aber ich habe Respekt vor einem Fremdkörper im Kiefer. Bei meiner besten Freundin ist das Zahnfleisch zu sehr zurückgegangen. Dennoch ist der Gedanke verlockend, die Lücke (ich habe eine) einfach zu schließen, als wäre nichts gewesen. Doch genau das angesprochene Vertrauen fehlt mir noch.

  • Ich habe einige Leute im Bekanntenkreis, die Implantate haben und es war bei allen nahezu problemfrei. Meine Tochter wird später auch eines benötigen, da es für einen ihrer Milchzähne keine Neuanlage gibt. Der Milchzahn wird möglichst lange erhalten, schafft aber in der Regel höchstens 20-30 Jahre. Daß es danach ein Implantat sein soll und keine herumgepfuschte Lösung mit einer Brücke oder Verschieben der Zähne mit einer Spange, stand schon recht früh fest. Wenn es bei mir mal soweit ist (bislang habe ich noch alle Zähne), möchte ich auch auf jeden Fall Implantate.

    Wichtig ist m.E. bei dem Thema, daß man möglichst frühzeitig eine gescheite Versicherung abgeschlossen hat, die den Großteil zahlt. 700-1000€ halte ich für sehr niedrig angesetzt. Ich habe eher von Summen im Bereich von 2000-3000€ im Bekanntenkreis gehört

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen Okay