Fünf Fehler beim Intervallfasten

Ich hatte Euch bereits davon erzählt, dass ich Intervallfasten für mich entdeckt habe und wie gut es für mich funktioniert. Ich hatte mich dafür entschieden, um etwas für meine Darmgesundheit (16 Stunden fasten) zu tun und um abzunehmen. Eine Studie aus 2018 im American Journal of Clinical Nutrition zeigt, dass Intervallfasten das viszerale Fett ebenso effektiv wie eine Diät reduzieren kann. Das viszerale Fett steckt im Bauchinnenraum, sozusagen das Bauchfett, und kann direkt in Zucker und damit in Energie umgewandelt werden. Das konnte in früheren Zeiten ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme das Überleben für bis zu 40 Tagen sichern. Beim heutigen Überfluss kommt dieser Schutzmechanismus in unseren Breiten aber nicht mehr zum Tragen. Im Gegenteil, es wird viel zu viel gegessen und damit überflüssiges Extra-Bauchfett und Energie aufgebaut. Da das viszerale Fett aber auch, wie ein eigenständiges Organ, Hormone und Entzündungsstoffe produziert, kann es der Gesundheit möglicherweise gefährlich werden. Mehr zum Thema viszerales Fett könnt Ihr hier nachlesen.

Ich höre aber immer wieder von Menschen, bei denen es nicht funktioniert, obwohl sie sich an die 8:16-Methode (oder Zwei-Tage-Diät, 5:2-Diät, Every-Other-Day-Diät) halten, also innerhalb von acht Stunden essen, gefolgt von 16 Stunden Essensverzicht. Das kann daran liegen, dass sich trotzdem unbewusst Fehler einschleichen, die ein positives Resultat beeinflussen. Das kann sehr frustrierend sein und einige geben entmutigt wieder auf. Aber bevor Ihr Intervallfasten für Euch abhakt, checkt diese Punkte. Vielleicht sind es genau die Dinge, die ihr nicht beachtet und deshalb keine Erfolge erzielt.

1. Du hast keinen Überblick

Wie oft passiert es, dass man denkt, man hat gar nicht so viel gegessen, aber wenn man es aufschreibt, fällt einem auf, wie viel es eigentlich wirklich war, was man den Tag über bzw. in den acht Stunden gegessen hat. Deshalb schreibe ich es mir auf und behalte so den Überblick und auch, ob ich die acht Stunden tatsächlich eingehalten habe. Zusätzlich notiere ich mir meine Aktivitäten, und für manchen auch hilfreich, die Stimmungen, die ich den Tag über empfinde. So kann man mögliche Hindernisse für den gewünschten Erfolg entschlüsseln.

2. Kalorien in den Fastenstunden

Fasten bedeutet null oder so gut wie keine Kalorien! Das fällt mir auch manchmal schwer, weil ich meinen Tee mit flüssiger Sahne liebe. Aber das sind eben auch Kalorien, genauso wie ein Latte Macchiato oder ein Smoothie. Nur weil man es nicht isst bzw. kaut, bedeutet es eben nicht = 0 Kalorien. Das macht man sich bewusst, indem man ein Journal führt.

3. Du isst zu viel

In der Regel hilft Fasten nach der anfänglichen Umstellung dabei, die Nahrungsaufnahme zu mäßigen, ohne dafür Kalorien zählen zu müssen. Man wird einfach schneller satt. Aber am Anfang habe ich mich selbst ausgetrickst und gedacht, dadurch, dass ich ja gefastet habe, bei der nächsten Mahlzeit mehr essen zu können, weil ich ja genügend Reserven haben möchte für die nächste Fastenperiode. Nur, dass dieses „Lagern von Extrakalorien“ sich bei den Fettpölstern bemerkbar macht und somit das gewünschte Ergebnis ad absurdum führt.

4. Du konsumierst die falschen Lebensmittel

Fasten bedeutet nicht, dass Du Dir jedes Mal als Belohnung eine fette Pizza gönnst oder zig Gläser Wein trinkst. Diese Art von Lebensmitteln kann Deinen Insulinpedel pushen und abstürzen lassen, wodurch Dein Blutzuckerspiegel Achterbahn fährt. Mit dem Ergebnis, dass Du während der Fastenstunden hungrig und launisch werden könntest. Es ist nicht nur wichtig, wann Du isst, sondern auch was Du isst. Daran ändert auch kein Intervallfasten etwas. Achte auf eine abwechslungsreiche, gesunde und ausgewogene Ernährung während Deiner Essenszeit.

5. Du willst zu viel zu schnell

Von null auf 100 in das Intervallfasten einzusteigen, kann nach hinten los gehen. Erst einmal sollte man das mit seinem/er Arzt/Ärztin besprechen und checken lassen, ob das gesundheitlich überhaupt für einen gut ist. Dann sollte man mit einem kleinen Fastenfenster anfangen, bevor man sich für die Methode entscheidet, die zu dem eigenen Lebensstil passt. Du hast keine Eile, also nimm Dir die Zeit und erzwinge es nicht.

Natürlich ist Intervallfasten nicht die Universallösung für alle, aber gib dem Ganzen eine Chance. Probiere es 30 Tage aus und entscheide dann, ob es für Dich das Richtige ist.

Wichtig: Hole Dir professionellen Rat, BEVOR Du mit dem Fasten anfängst. Wenn Du Dich während des Fastens nicht gut fühlst, iss etwas, trink ausreichend und sprich umgehend mit einem/er Arzt/Ärztin. Intervallfasten soll einen positiven Effekt auf Dich haben und Dir nicht schaden.

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Veröffentlicht am
20. August 2019



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