Rund um das Thema Bleaching

Zahnpflege

Spätestens beim Selfie, wenn man roten Lippenstift trägt, sieht man sie: die nicht mehr ganz so weißen Zähne. Nun kann man das einfach ignorieren, einen Farbton tragen, der die Verfärbung nicht hervorhebt oder man lässt sie die Zähne bleachen.

Man hört viel davon in letzter Zeit. In den Medien, in der Werbung und auch beim Zahnarzt, wenn er einem auf die Verfärbung aufmerksam macht und eine Behandlung vorschlägt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieses Thema für Unsicherheit sorgen kann, da es eine Flut an Informationen und Desinformationen gibt. Dazu Horrorgeschichten von einem Freund, der eine Bekannte kennt, deren Freund eine Behandlung und danach ganz furchtbar schlimme Schmerzen hatte.

Höchste Zeit mit einem Experten darüber zu sprechen und für Klarheit zu sorgen. Meiner ist Dr. Marcus Baumgarten und ich habe ihn Euch vor ein paar Wochen vorgestellt. Gemeinsam mit seiner Frau Johanna, hat er 2010 im Sieg Carré in Siegen seine Praxis eröffnet, nachdem er zuvor 15 Jahren Erfahrung als selbstständiger Zahnarzt gesammelt hat. Neben einem hervorragenden Betreuungsprogramm für Angstpatienten bietet er ein dentalmedizinisches Standardprogramm an mit innovativsten Behandlungsmethoden der Implantation und durch CAD/CAM gefertigten Zahnersatz im praxiseigenen Labor.

Hier also meine Fragen rund um das Thema Bleaching.

1. Was ist Bleaching?

Bleaching ist das Aufhellen von Zähnen. Farbpigmente können im Laufe des Lebens in den Zahnschmelz eindringen und diesen nachdunkeln. Diese erworbenen oder auch angeborenen Pigmente werden mittels einer Redox-Reaktion aus dem Schmelz gelöst und der Zahn ist heller.

2. Wasserstoffperoxid vs. Chlordioxid? Was ist besser?

Wasserstoffperoxid ist der gängigste Wirkstoff aller Bleichmittel. Chlordioxid, mehr in der Industrie oder der Trinkwasserdesinfektion bekannt ist, wirkt nach einer Studie von Erler und Schiene aus dem Jahre 2005 genauso effektiv. Es wird aber viel seltener angewendet.

3.  Wie oft sollte gebleacht werden?

Normalerweise reicht eine Anwendung beim In-Office Bleaching aus, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Nur in schwierigen seltenen Fällen muss zwei oder sogar dreimal gebleicht werden.

Bei den Homebleaching-Verfahren hängt es sehr stark von der Konzentration der Bleichmittel und der Tragedauer der Schiene ab. Ein sichtbares Ergebnis ist nach etwa einer Woche erreicht.

Je nach Konsum von verfärbenden Lebensmitteln wie Kaffee oder Nikotin muss das Bleaching wiederholt werden, da der Zahn nachdunkelt. Durchschnittlich hält das Ergebnis bei unserem In-Office Bleaching ca. 3 Jahre an.

4. Welche Methoden werden angeboten?

Die klassischen Methoden sind das:

In-Office Bleaching (Powerbleaching). Hierfür wird 35%iger Wasserstoffperoxid in der Zahnarztpraxis genutzt.

Home-Bleaching (Night Guard Bleaching). Es wird 6-10%iges Wasserstoffperoxid in eine Schiene gebracht und diese über Nacht vom Patienten getragen.

Walking-Bleach-Methode: für einzelne nach Wurzelkanalbehandlungen verfärbte Zähne. Dazu wird 3%iges Wasserstoffperoxid mit Natriumperborat gemischt und pastenförmig in den Zahn gebracht.

5. Wann professionelles Bleaching, wann Homebleaching?

Generell, wenn es geht, In-Office Bleaching, weil es effektiver und vorhersagbarer ist. Das Homebleaching setzen wir ein, wenn das In-Office-Bleaching eine Weile her ist und die Zähne für einen besonderen Anlass, z.B. die Hochzeit aufgefrischt werden sollen. Wir wenden es auch an, wenn der Patient sich nicht dauerhaft in Siegen aufhält, weil er im Ausland lebt oder arbeitet.

6. Wie wirksam ist Homebleaching?

Seit dem Jahre 2012 darf beim Homebleaching nur 6%iges Wasserstoffperoxid eingesetzt werden, vorher 10%ig.
Beim In-Office Bleaching kann bis zu 35%iges Wasserstoffperoxid eingesetzt werden, welches viel effektiver ist. Das Zahnfleisch kann beim In-Office Bleaching zudem wesentlich besser geschützt werden.

7. Welche Homebleaching-Methoden gibt es?

Vom Zahnarzt kann eine Schiene individuell angefertigt werden, die nachts als Träger für Wasserstoffperoxid dient.

Man kann auch nicht individuelle Schienen kaufen und diese selber etwas anpassen. Das Wasserstoffperoxid kann aber vielfach das Zahnfleisch reizen oder sogar schädigen. Im schlimmsten Falle ist die austretende Menge so groß, das die Schleimhäute der Mundhöhle, des Rachens und sogar der Speiseröhre verätzt werden können. Deswegen darf beim Home Bleaching nur mit so geringen Konzentrationen gearbeitet werden.

Es gibt Aufhellerzahnpasten, die aber oft Putz- oder Schleifkörper enthalten, um gleichzeitig die auf dem Zahn liegenden Verfärbungen zu entfernen. Diese säubern zwar den Zahn, schmirgeln ihn aber gleichzeitig auch rau, sodass er wieder viel schneller verfärbt. Diese Schleifkörper können ebenso den Zahnschmelz schädigen.

Es gibt auch Stripes die nachts über die Zähne gelegt werden. Und es gibt alte Hausmittel, wie z. B. Backpulver (Baking Soda) mit 3%igem Wasserstoffperoxid mischen und damit die Zähne putzen. Allerdings ist die Gefahr der Schädigung durch Überdosierung nicht unerheblich.

8. Ist Whitening für jeden geeignet?

Prinzipiell ist Bleaching für jeden geeignet. Aber der Zahnarzt sollte vor dem Bleichen die Zähne sehr genau kontrollieren, ob Karies, defekte Füllungen, freiliegende Zahnhälse, Abrasionen oder Sonstiges vorliegen. Dann ist die Indikation sehr streng zu handhaben, da es sich um einen kosmetischen Eingriff handelt. Die entsprechenden  Strukturen müssen unter allen Umständen geschützt werden. Gerade Füllungen kontrollieren wir immer mit Hilfe der Lupenbrille, ob sie wirklich dicht sind. Nur dichte Füllungszähne sollten gebleicht werden.

9. Können Kronen, Brücken, Füllungen etc. gebleacht werden?

Kronen und Brücken, wie auch Füllungen können nicht gebleicht werden. Sie müssen dem gebleichten Ergebnis gegebenenfalls später durch Neuanfertigung angepasst werden.

10. Man hört oft, dass die Zähne überempfindlich reagieren und Patienten nach einem Bleaching Schmerzen haben. Woran liegt das und können solche Nachwirkungen minimiert werden?

Wasserstoffperoxid kann über freiliegendes Dentin und dann über die Dentinkanälchen in die Zahnpulpa gelangen und dort eine lokale Entzündung hervorrufen. Diese ist für die Schmerzen verantwortlich. Wir geben daher nach dem Bleaching ein Floridierungsmittel auf die Zähne, um diesem Effekt entgegenzuwirken. Sehr sensible Patienten können auch prophylaktisch Ibuprofen einnehmen. Wichtig ist das nur wirklich dichte Zähne gebleicht werden. Alle unsicheren Füllungen und Kronen sollten strengstens vorher kontrolliert und gegebenenfalls verbessert werden. Auch freiliegende Zahnhälse müssen penibelst abgedeckt werden, damit hier kein Wasserstoffperoxid über die Dentinkanälchen in den Zahn eindringen kann.

11. Greift Bleaching den Zahnschmelz an?

Nein. Alle gängigen Bleaching-Verfahren sind wissenschaftlich sehr gut untersucht. Es sind keine Nebenwirkungen bei korrekter Anwendung bekannt.

12. Gibt es Studien, welche die Langzeitfolgen von Bleaching untersuchen?

Die meisten Studien beschäftigen sich nur mit der Wirksamkeit und möglichen Schäden des Bleachings. Auch sind die individuellen Faktoren, wie Rauchen, Teetrinken etc. sehr unterschiedlich, sodass solche Studien sehr aufwendig wären. Manche Untersuchungen bestätigen die  Zahnaufhellung für fünf Jahre. Andere nur für drei. Studien von Dr. Van Haywood DMD  (et al) aus den 90er Jahren zeigen eine gute Effektivität und geringe Schädigung. Informativ ist auch diese Dissertation.

13.Welche Methoden verwenden Sie in der Praxis?

Wir verwenden das Zoom Verfahren von Phillips. Dieses ist ein In-Office Bleaching, bei dem mit Hilfe einer speziellen Lampe, die Redoxreaktion beschleunigt wird. Somit kommen wir meist mit einer Sitzung aus. Außerdem ist das Verfahren aufgrund der geringen Konzentration von Carbamidperoxid sehr schonend und postoperative Sensibilitäten eher selten.

Habt Ihr noch weitere Fragen? Dann nutzt die Onlinesprechstunde von Dr. Marcus Baumgarten. Von Montag-Freitag zwischen 11.30 Uhr bis 12.00 Uhr steht er telefonisch zur Verfügung und beantwortet zusätzlich noch Fragen via Email. Auf der Homepage www.implantate-si.de wird man direkt zur Onlinesprechstunde navigiert. Über das Kontaktformular kann man genauso schnell Kontakt aufnehmen, wie unter der Rufnummer 0271/7030763.

Bild: Brita Sönnichsen

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