Trenchcoats: Einst militärische Schutzkleidung, nun unverzichtbare Modeklassiker.

Er begleitete Audrey Hepburn in „Frühstück bei Tiffany“, Humphrey Bogart in „Casablanca“, und Peter Sellers als „Inspector Clouseau“. Vormals für das Militär entworfen, ist der Trenchcoat dank des Showbusiness und Persönlichkeiten wie Winston Churchill ein Klassiker geworden. Die Ursprünge des Mantels liegen in den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Wer den Allerersten erfunden hat, ist unklar. Spricht man mit Aquascutum London, beanspruchen sie die Erfindung für sich. 1850 von John Emary gegründet, um anspruchsvolle und ansprechende Schutzkleidung gegen das unberechenbare britische Wetter anzubieten, erfand und patentierte er die innovative Technik, wasserabweisende Wollstoffe herzustellen und fertigte als Erster Kleidung aus diesem Material an. Das Unternehmen wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges von der Britischen Regierungskommission beauftragt, einen Mantel zu entwickeln, der speziell für die Bedürfnisse des Grabenkrieges geeignet war, vor allem als Schutz vor schlechtem Wetter. Daher stammt auch der Name – Graben heißt auf Englisch „Trench“ und Mantel „Coat“. Bei Burberry beginnt die Geschichte um 1870, als Thomas Burberry einen speziell gewebten Baumwollstoff entwickelte, der wasserabstoßend, reißfest, gleichzeitig durchlässig und atmungsaktiv genug war, damit sich der Träger darin wohl fühlte und nannte ihn Gabardine. 1879 meldet er das Patent an. Jacken aus diesem Material wurden erstmals im Buren-Krieg 1899 verwendet und bekamen den Namen Burberry. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen die Armeeoffiziere Burberry Regenmäntel als Teil ihrer Uniform zu tragen. Der leichte Baumwollstoff wurde dem schweren, gummierten Macintosh vorgezogen, welcher zu diesem Zeitpunkt offiziell ausgehändigt worden war. Der Durchbruch als Teil der militärischen Kleidung kam, nachdem Lord Kitchener, Oberbefehlshaber im Burenkrieg und der britischen Streitkräfte in Indien, sich diesem Mantel zu Eigen gemachte hatte. Mit Beginn der Grabengefechte in 1914, wurden die beigefarbenen Burberry Wettermäntel so populär, dass der Stil als Trenchcoat bekannt wurde. Die Beliebtheit förderten diverse Modifizierungen an dem Mantel. Durch das Schultertuch konnte kein Regen mehr in die Knopfleiste einsickern. Die Ärmel konnten mit einem Riegel gegen Regen zugezogen werden. Die Schulterklappen boten Platz für die Abzeichen und an den Metallschlaufen des Gürtels konnten die Soldaten einen Teil ihrer Ausrüstung wie Wasserflaschen, Schwerter und Handgranaten einhängen. Nach dem ersten Weltkrieg trugen ihn Soldaten und Offiziere auch im täglichen Leben. Damit fand der Trenchcoat schnell großen Zuspruch bei der restlichen Bevölkerung. Ab den 1920er erkannten auch Frauen die Vorzüge des Trenchcoats und machten wie z.B. Marlene Dietrich und Katherine Hepburn darin eine gute Figur. Mittlerweile ist der Trench weit von seinem militärischen Ursprung entfernt und dient nicht mehr alleine als Schutz vor schlechtem Wetter. Heutzutage passt sich der Klassiker bei Länge, Farbe und Material dem Zeitgeschmack an.

Bild: PR/Burberry Prorsum A/W 2012, ca. 2800 Euro

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