Den Stil wieder finden!

Das ich in den letzten beiden Jahren, dank meiner F.X.Mayr Kur, so massiv abgenommen haben, bedeutete für mich ein nie da gewesenes gutes Körpergefühl. Aber auch endlich fitter zu sein, um Sport zu treiben und das Gefühl zu haben, langfristig etwas für meine Gesundheit zu tun.
Es bedeutet auch, endlich Kleidung tragen zu können, die ich vorher nicht einmal in Betracht gezogen habe, weil ich von vorn herein wusste, dass ich da nicht reinpasse. Hand aufs Herz, Shopping war immer eine zutiefst frustrierende Angelegenheit und es gab über die Jahre etliche Momente, wo mir zum Heulen zumute war. (Kleid: C.P.Twentynine, Schuhe: Miu Miu Vintage, Sonnenbrille: Balenciaga)

Deshalb habe ich mir irgendwann, eher unbewusst, eine Uniform zugelegt. Besser gesagt, ein Kleid, das die überschüssigen Kilos gekonnt kaschierte und ich darin immer gut aussah. Die Rede ist von dem allseits beliebten Wickelkleid. Zwar nicht von der Mutter der Wickelkleider, Diane von Fürstenberg, mit bunten Mustern, sondern eher von Boden und die meist in Schwarz. Dafür war ich irgendwann bekannt: Asmona und ihre schwarzen Wickelkleider.

Auch nach der Abnahme trug ich die Wickelkleider, aus alter Gewohnheit heraus, obwohl sie eigentlich mittlerweile viel zu groß waren und schlecht saßen. Eines Tages beschloss ich, mich nun endlich von allen zu trennen, weil sie auch eine Zeit in meinem Leben darstellten, an die ich einfach nicht mehr denken wollte. Und wie beim Essen kann man sich an einzelnen Kleidungsstücken so satt sehen, dass der bloße Gedanke daran, das Gefühl von Unwohlsein in einem hochsteigen lässt.

Asmona_Logan

Kleid: Persona by Marina Rinaldi, Trench: & Other Stories, Tasche: Aigner Vintage, Sling Pump: Bally Vintage, Sonnenbrille: Roberto Cavalli

Nachdem ich also die Kleider ausgemistet hatte, kam der Shoopingrausch. Ich kam mit Tüten von Hosen, die ich seit 15 Jahren nicht mehr getragen habe, nach Hause. Aber nicht nur Hosen, auch Kleider, Oberteile, Mäntel, Jacken, Taschen und Accessoires wurden gekauft. Die Turnschuh Kollektion wurde erweitert. Ich spielte mit unterschiedlichsten Stilen, Farben und Mustern. Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch und hatte das Gefühl, alles sei auf Neustart programmiert. Aber bei allem was ich tat, hatte ich tief in mir Zweifel, ob ich bzw. ob das wirklich mein Stil war. Das hat mich irgendwann so beschäftigt, dass ich ganz verwirrt und am Ende, wieder total frustriert war. Wenn man zu viele Möglichkeiten hat, kann es einen irgendwann überfordern. Ja, sogar mich, die seit 20 Jahren in der Mode arbeitet!

Kleid: Joop!, Ballerinas: Land’s End

Irgendwann habe ich mich mit meinen Ladies zusammengesetzt und sie gefragt, wie sie mich und meinen Stil sehen. Das hat enorm geholfen, das Chaos im Kopf langsam zu beseitigen. Bezeichnend war auch ein Showroom Termin, bei dem ich mit einem PR Mann über die neueste Taschenkollektion seines Kunden sprach und auf die „crazy“ Teile zeigte und meinte, die würden super zu mir passen. Er schaute mich etwas irritiert an und meinte, er hat mich eher elegant in Erinnerung. Das habe ich natürlich erst einmal ignoriert. Aber der Satz hallte noch lange in meinen Kopf. Also habe ich mich ein Wochenende in Klausur begeben und meiner Garderobe einer Bestandsaufnahme unterzogen.

Asmona

Kleid: Gant, Sandalen: Pikolinos, Sonnenbrille: Fendi, Kamera: Olympus Pen Generation

Was soll ich sagen?! Über die Hälfte der Neueinkäufe haben es nicht geschafft. Einfach nicht wirklich ich und mein Stil. Der ist eigentlich feminin mit einem Schuss Eleganz und einer Portion Eigenwillen. Und, ich liebe Kleider und Röcke. Habe ich schon immer und das wird sich auch nicht ändern. Was sich allerdings geändert hat, ist, dass ich jetzt Kleider und Röcke in unterschiedlichsten Farben, Materialien und Stilen trage.
Als ich mit meiner Freundin Ada nach besagtem Wochenende gesprochen habe, meinte sie auf ihr trockene und von mir so geliebte Art: „Nun, Du hattest einige Monate einen modischen Aussetzer. Da hast Du herumexperimentiert und offensichtlich einiges an Nachholbedarf gehabt. Aber nun ist das ja auch wieder vorbei.“ *lol*

A Logan

Strickjacke, Top, Rock: Marina Rinaldi, Ballerinas: Land’s End, Tasche: Mandarina Duck, Brille: Gucci Vintage

Also Ladies, wenn Ihr auch gerade abgenommen habt oder dabei seid, geht es wirklich langsam an, wenn es um die neue Garderobe geht! Ich kann verstehen, dass Ihr Euch am liebsten alles neu kaufen möchtet. Damit belohnt man sich ja für die harte Arbeit, die es kostet, abzunehmen. Dem Shoopingrausch zu erledigen ist ein tolles Gefühl, aber das kann man eigentlich nur machen, wenn man nicht auf das liebe Geld achten muss. Fangt vereinzelt an, überlegt, was ihr braucht, was Euch WIRKLICH gefällt. Schlaft eine Nacht darüber, bevor Ihr etwas kauft. Wenn Ihr unsicher seid, nehmt jemand mit, der Euch gut kennt und ehrlich ist. Das spart eine Menge Geld für Dinge, die man nicht braucht oder die nicht zu einem passen. Ich habe 4 Freunde, die ich frage, wenn ich unsicher bin. Dann mache ich einfach ein Bild und schicke es ihnen. Seltsamerweise sind sie immer der gleichen Meinung. Und BITTE, kauft nicht auf Vorrat! Kleidung, die „noch“ zu klein ist, man aber der Meinung ist, bald hineinzupassen, setzt Euch nur unnötig unter Druck. Nimmt zudem unnötig Platz im Schrank weg für Kleider, die man jetzt tragen könnte, aber vielleicht gerade nicht das Geld hat, weil man es ja für das noch nicht passende Teil ausgegeben hat.

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Trench: Gant, Rock: Zara, Ballerinas: Land’s End

Empfehlen kann ich Euch noch die Bücher „Der perfekte Kleiderschrank“ und „Der perfekte Stil“ von Nina Garcia. Sie ist Creative Director bei der Marie Claire und sitzt in der Jury bei Project Runway. Ihre Bücher sind gute Führer in die Modewelt. Sie sind übersichtlich angeordnet, schön illustriert, verständlich geschrieben und voller guter Tipps. Sie sind eine Bereicherung für jedes Bücherregal, auch optisch.

Bilder: Beautydelicious



Veröffentlicht am
17. August 2015



Kommentare

  • Du siehst toll aus!! Ich frage mich nur, warst du nicht auch mal in Sachen fair fashion unterwegs…? Liebe Grüße!

    • Liebe Katrin,
      vielen Dank für Deine Nachricht und für das Kompliment.

      Ich interessiere mich nach wie vor für Fair Fashion und auf http://www.greendelicious.de wird auch darüber berichtet.
      Wenn es zu meinem Stil passt, kaufe ich auch Fair Fashion. Nur leider gibt es nicht viele Firmen, die zu meinem Stil passen. Wie im Artikel beschrieben, mag ich es elegant und feminin, mit einer besonderen Note. Wenn ich aber die Kollektionen im Green Show Room und auf der Ethical Fashion Show sichte, sehe ich dort viel Streetwear und Mode, die weder meinem Geschmack treffen noch weibliche Rundungen berücksichtigen. Oder für ein Business Outfit taugen.

      In diesem Bereich sehe ich noch sehr viel Potenzial und würde mich freuen, wenn es hier in naher Zukunft mehr Auswahl geben würde, die ich dann auch durch das Tragen unterstützen möchte. Wenn Du Tipps für mich hast, würde ich mich sehr darüber freuen.
      Liebe Grüße
      Asmona

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