Pigmentflecken, die neuen Falten

Pigmentflecke

Bilder: Leila Ivarsson, PR  www.steinkraus-skin.de

Während Falten weniger ein Thema bei mir sind, dank guter Gene, intensiver Pflege und meinem Sonnenschutz-Wahn, sind es eher die Pigmentflecken, die mich beschäftigen. Denn je älter ich werde, desto mehr Pigmentierungsstörungen bekomme ich. Damit ich weiß, welche Möglichkeiten ich habe, um vorzubeugen bzw. sie sich nicht vermehren zu lassen, habe ich die Hautärztin Frau Dr. med. Susanne Steinkraus, Inhaberin von Steinkraus Skin, einer Privatpraxis für Dermatologie, Ästhetische Medizin und Lasermedizin, zu dem Thema interviewt.

BeautyDelicious: Was sind Pigmentflecken und wodurch entstehen sie?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Pigmentflecken zählen zu den Pigmentierungsstörungen der Haut. Unter diesem Begriff fassen Ärzte alle Arten einer veränderten Färbung (Pigmentierung) der Haut und der Schleimhäute zusammen. Dass Mitteleuropäer Pigmentflecken haben oder sie im Laufe ihres Lebens bekommen, ist normal. Aus medizinischer Sicht sind die Farbveränderungen meist absolut harmlos. Viele Menschen empfinden sie aber als unschön und kosmetisch störend, insbesondere wenn die Pigmentierungsstörungen an Wangen, Stirn, Oberlippe, Händen, Armen, Beinen oder am Dekolleté auftreten. Gerade bei Sonnen- und Altersflecken gibt es verschiedene Möglichkeiten, die bräunlichen Hautverfärbungen zu entfernen oder zumindest zu mildern.

Verantwortlich für Pigmentflecken sind die sogenannten Melanozyten. Diese Zellen in der obersten Hautschicht stellen Melanin her. Der Farbstoff kommt beim Menschen in einer braun-schwärzlichen und einer helleren gelblich-rötlichen Variante vor und schützt die Haut vor UV-Strahlung. Abhängig vom Erscheinungsbild und den Ursachen unterscheiden Ärzte mehrere Arten von Pigmentflecken.

BeautyDelicious: Pigmentflecken sind eine Hyperpigmentierung. Welche unterschiedlichen Formen gibt es?

Dr. med. Susanne Steinkraus:  Da gibt es Leberflecken und Muttermale. Leberflecken entstehen durch eine Anhäufung von melaninproduzierenden Zellen in der Haut. Sie zeigen sich hell- bis dunkelbraun, manchmal sogar fast schwarz, und scharf begrenzt. Mediziner sprechen von Pigmentnävi, umgangssprachlich werden sie oft als Muttermale bezeichnet. Das ist allerdings nicht ganz korrekt, da der Begriff Muttermal noch andere gutartige Veränderungen von Haut oder Schleimhäuten umfasst. Die Anzahl an Leberflecken kann im Laufe des Lebens zunehmen. Häufig finden sie sich an Körperpartien, die einer hohen Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Dazu zählen neben Gesicht, Nacken und Händen auch Oberarme, Schultern oder das Dekolleté. Die meisten Leberflecken sind unbedenklich, dennoch kann sich aus ihnen Hautkrebs entwickeln. Wenn sich Leberflecken vergrößern, aufhellen, verdunkeln, jucken, bluten, nässen oder sich anderweitig verändern, sollte deshalb ein Hautarzt aufgesucht werden. Ich empfehle regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen auf Hautkrebs durch einen erfahrenen Hautarzt durchführen zu lassen.

Sommersprossen bzw. Epheliden treten vor allem bei Menschen mit hellem Hauttyp auf, und das in der Regel bereits in der Kindheit oder der frühen Jugend. Die kleinen rötlich-braunen Pigmentflecken zeigen sich bevorzugt dort, wo das Sonnenlicht ungehindert auf die Haut fällt, also im Gesicht, an Unterarmen und Händen sowie am Dekolleté.
Grund für die Sommersprossen ist, dass die Melanozyten bei entsprechend veranlagten Personen unter dem Einfluss von UV-Strahlung vermehrt Pigment produzieren. Der Farbstoff wird in den umliegenden Keratinozyten gespeichert.

Ob Handrücken, Unterarme, Gesicht oder Dekolleté: Altersflecken (Lentigo senilis) beziehungsweise Sonnenflecken (Lentigo solaris) bilden sich in Hautregionen, die über viele Jahre der Sonne ausgesetzt sind. Das heißt, sie häufen sich ab dem 40. Geburtstag und sind bei Menschen über 60 schon der Normalfall. Doch auch jüngere Menschen können diese gelblich-braunen bis dunkelbraune Pigmentflecke bekommen. Altersflecken entstehen, weil sich an den betroffenen Stellen in der Oberhaut vermehrt Melanin einlagert. Sie können winzig klein, aber auch mehrere Zentimeter groß sein. Auch ihre Form variiert von rundlich über oval bis hin zu unregelmäßig begrenzten Flecken. Anders als Sommersprossen verblassen sie kaum, wenn im Herbst und Winter die UV-Belastung sinkt. Im Normalfall sind Altersflecken ungefährlich. Da bestimmte Arten von Hautkrebs ähnlich aussehen können, sollten diese Pigmentflecken im Rahmen der Hautkrebs-Vorsorge alle zwei Jahre vom Hautarzt untersucht werden. Manche Menschen empfinden die braunen Tupfen als optischen Makel und möchten sie deshalb loswerden. Um Altersflecken zu entfernen, gibt es mehrere Methoden; als die effektivste gilt das Lasern.

Ursache für Chloasma/Melasma sind hormonelle Veränderungen: in der Regel bedingt durch eine Schwangerschaft, die Einnahme der Anti-Baby-Pille oder eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren. Deshalb treten die ockerfarbenen bis hellbraunen flächigen Verfärbungen fast ausschließlich bei Frauen auf. Sie machen sich im Bereich von Oberlippe, Stirn, Schläfen und Wangen bemerkbar. Nach der Entbindung beziehungsweise nach dem Absetzen der Pille oder des Hormonersatzes können sich die dunkler pigmentierten Stellen im Gesicht wieder normalisieren. Häufig ist aber auch eine Therapie erforderlich. Das Management von hartnäckigen Pigmentverschiebungen kann mitunter sehr schwierig sein.

BeautyDelicious: Wie kann man vorbeugen?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Vorbeugen kann man bedingt – das hängt von der Ursache ab. Z.B. bei genetischer Veranlagung, hormonellen Gründen etc. Egal welche Form von Pigmentierung: das UV-Licht verstärkt aber Intensität und Menge. Deshalb ist das A und O ein ausreichender Sonnenschutz (UVA und UVB). Insbesondere bei verstärkter UV-Belastung im Urlaub etc.

BeautyDelicious: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pigmentflecken zu minimieren oder sogar entfernen zu lassen. Welche unterschiedlichen Methoden stehen den Betroffenen zur Verfügung und wie wirken sie?

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus

Dr. med. Susanne Steinkraus: Es hängt immer von der Art und der Schwere der Pigmentflecken ab, welche Methode ich meinen Patienten empfehlen würde.

Pigmentflecken in der Schwangerschaft klingen häufig ab, wenn der Hormonhaushalt sich nach der Geburt wieder normalisiert. Andere Formen von Pigmentflecken sind hartnäckiger, aber meist ebenso harmlos. Medizinisch betrachtet müssen sie deshalb nicht behandelt werden. Vor allem die mit der Zahl der Lebensjahre zunehmenden Altersflecken empfinden Betroffene aber als kosmetisch so störend – insbesondere, wenn sie im Gesicht auftreten –, dass sie sie gerne loswerden möchten.

Um die Hautmale zu entfernen, gibt es die folgenden mehr oder minder aussichtsreichen Methoden:

Pigmentflecken Lasern
Ob im Gesicht, im Nacken oder am Dekolleté – die effektivste Methode, um Pigmentflecken zu entfernen, ist die Lasertherapie bei einem Hautarzt, der sich auf diese Behandlung spezialisiert hat. Hier werden die Pigmentansammlungen durch das energiereiche Laserlicht zertrümmert und anschließend von den Zellen der körpereigenen Abwehr entsorgt.

Da es dabei zu einer beabsichtigten Entzündung kommt, kann die gelaserte Haut in den ersten Tagen anschwellen, sich röten und sonnenbrandähnlich brennen. Nach zwei Wochen sind die behandelten Stellen weitgehend abgeheilt, bleiben aber noch eine Weile besonders empfindlich. Deshalb sollten die Patienten in den ersten acht Wochen nach einer Laserbehandlung nicht ohne entsprechenden Schutz in die pralle Sonne gehen. Je nach Größe und Ausprägung der Hyperpigmentierung werden ein bis zwei Therapiesitzungen benötigt, um Altersflecken vollständig zu entfernen.

Peelings
Eine weitere Möglichkeit, Pigmentflecken zu behandeln, sind Peelings. Sie enthalten chemische Substanzen wie Fruchtsäure oder Trichloressigsäure. Auf die betroffenen Areale aufgetragen, lösen sie die obersten Hautschichten mit den Pigmentansammlungen ab. Anschließend wächst dort neue, hellere Haut nach. Allerdings kann die Behandlung die Haut reizen und birgt in der ersten Zeit die Gefahr neuer Pigmentstörungen und Hautirritationen mit sich. Deshalb sollte solch ein chemisches Peeling nur von erfahrenen Hautärzten durchgeführt werden. Je nach Ausmaß der Altersflecken können mehrere Therapiesitzungen notwendig sein. Eine therapiebegleitende Hautpflege mit Sonnenschutz und hautberuhigenden Pflegestoffen (bei uns Treatment und Post Treatment Kits) ist unverzichtbar.

Bleichcremes und Hausmittel
Vergleichsweise günstig, einfach anwendbar und deshalb recht beliebt bei Pigmentflecken sind Bleichcremes aus Apotheken und Drogerien. Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Brunnenkresse-Extrakt, Hydrochinon oder Kojisäure sollen Sommersprossen und Altersflecken aufhellen oder auch die Pigmentbildung drosseln. Damit sich der Effekt entfalten kann, muss die Bleichcreme über einen längeren Zeitraum aufgetragen werden. Und selbst dann entspricht das Ergebnis oft nicht den Erwartungen. Zudem führen die Mittel manchmal zu Hautreizungen. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich auch normal pigmentierte Hautbereiche durch Cremes bleichen.

Von Zitronensaft über Essig und Rotwein bis hin zu Knoblauch und Meerrettich – bei Altersflecken gibt es eine lange Liste von Hausmitteln. Den Beweis, dass sich Hyperpigmentierungen der Haut damit beseitigen oder zumindest abmildern lassen, konnte aber bis heute keine dieser Substanzen erbringen. Deswegen und wegen möglicher Hautirritationen raten Dermatologen von Hausmitteln zur Behandlung von Pigmentflecken ab.

Jetpeel

Jetpeel
Schonende Methode: Durch Aquaporine (Wasserkanäle) werden durch Hydroporation schmerz- und berührungsfrei Wirkstoffe in die Haut eingebracht, die das Pigment eliminieren. Hier gibt es verschiede Wirkstoffkomplexe, Wiederholungsbehandlungen sind nötig.

TDA
Transdermale Applikation ist ebenfalls sehr schonend und mild, berührungsfrei durch Flüssigkeitsstrahl. Wird als sehr angenehm empfunden, hautberuhigend etc.

Microneedling
Durch Mikroverletzungen in der Haut und sogenannte Open Channels werden Wirkstoffe in die Haut eingebracht: Pigment wird sozusagen ausgeschleust.

BeautyDelicious: Sie haben mir eine regelmäßige Hydrafacial-Behandlung bei meinen Pigmentflecken empfohlen. Was ist ein Hydrafacial? Warum dieses Treatment und wie wirkt es gegen Pigmentflecken?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Die Hautbehandlung erfolgt in vier Schritten:

Hautabtragung: Es werden abgestorbene Hautzellen entfernt und gesunde, frische Haut kommt zum Vorschein.

Säurepeeling: Dieses sanfte Peeling hilft Ablagerungen in den Poren aufzuweichen und bereitet die Tiefenausreinigung vor.

Tiefenausreinigung: Unreinheiten und gelöste Talgablagerungen werden durch ein Vakuum aus der Porenstruktur herausgezogen.

Hydration: Antioxidantien, Vitamine, Mineralien und Hyaluronsäure werden in die Haut eingeschleust.

Die Vielfalt der Seren und die Eignung für jeden Hauttyp sind Merkmale des Hydrafacials. Säurepeeling und Wirkstoffzufuhr bewirken eine Verbesserung der Hyperpigmentierungen.

BeautyDelicious: Welche Pflegeprodukte sollten nicht bei der Beautyroutine fehlen, um langfristig Pigmentflecken, so weit wie möglich, vorzubeugen?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Milde Reinigungsprodukte, Sonnencreme/Gel/Spray oder gerne auch Puder bzw. Make-up! Verschiedene Kosmetikprodukte, deren Inhaltsstoffe hautaufhellend sein können (z.B. Tranexamsäure, Kojisäure etc.), Feuchtigkeitspflege, Antioxidantien.

Wir stellen den Patienten ein individuelles Behandlungsprogramm nach Hautanalyse zusammen. Bei entsprechender Therapie wird auch eine begleitende individualisierte Pflege zusammengestellt.

BeautyDelicious: Neue Anti-Pigmentflecken-Cremes sprechen gezielt eine jüngere Zielgruppe an – klar, Sonnenschutz ist immer ein Muss, aber wann sollte man zusätzlich auf eine Anti-Pigmentflecken-Pflege umsteigen?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Im Kampf gegen Pigmentflecken wird zunehmend die frühzeitige Prävention wichtig. Grundsätzlich sollten Tagescremes und Kosmetikprodukte einen schützenden Lichtschutzfaktor enthalten. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, werden jüngere Zielgruppen angesprochen, damit bereits frühen Lichtschäden vorgebeugt werden kann. Ab ca. 25 Lebensjahren empfehlen sich Pflegeprodukte, die neben einem Lichtschutz zusätzlich Antioxidantien enthalten, die als Radikalfänger wirken und so der Hautalterung vorbeugen.

Hochinteressant in diesem Zusammenhang ist Vitamin C, das bekannteste Antioxidans überhaupt, das in der richtigen Formulierung optimal in die Haut penetriert und dort hemmend auf die Bildung von Zwischenprodukten der Melaninsynthese wirkt. Im Gegensatz zu den häufig eingesetzten Tyrosinaseinhibitoren Hydrochinon und Arbutin, die die Pigmentbildung durch Blockade des Enzyms Tyrosinase hemmen, aber auch eine irreversible Schädigung der Melanozyten und der Melanosomen bewirken können, kann mit Vitamin C eine nebenwirkungsarme Depigmentierung erreicht werden, da die Melaninsynthese lediglich gehemmt wird. Außerdem verfügt Vitamin C hochkonzentriert über eine keratolytische Wirkung, wodurch die Zellerneuerung beschleunigt und gespeicherte Pigmente schneller ausgeschleust werden.

Weitere effektive Verfahren zur Behandlung von Pigmentflecken sind chemische Peelings mit Fruchtsäure oder Trichloressigsäure, Microneedling oder Fraxellaserbehandlungen, bei denen das Pigment über die in der Haut entstehenden Defektkanäle ausgeschleust wird, und natürlich Laserbehandlungen, z.B. mit OPL-Systemen oder Nd:YAG- Laser.

BeautyDelicious: Ebenfalls im Trend sind Whitening Creams, die die Melaninschicht in der Haut verändern. Wie genau funktionieren diese und sind sie damit nicht eher Fluch als Segen?

Dr. med. Susanne Steinkraus: In Whitening Creams sind Substanzen enthalten, die die Tyrosinase, ein Schlüsselenzym des Melaninstoffwechsels, hemmen. Die Tyrosinase ist in bestimmten Zellorganellen der Melanozyten, den sogenannten Melanosomen, enthalten und wandelt die Aminosäure Dopa in Melanin um. Folgende Substanzen verfügen über eine tyrosinaseinhibierende Funktion und werden in Bleaching-Cremes eingesetzt: Hydrochinon, Arbutin, Kojisäure, diverse Polyphenole (Pflanzenextrakte, die in Kombination unter der Bezeichnung Gigawhite vermarktet werden aus z.B. Malve, Pfefferminz, Schlüsselblume, Melisse und Scharfgarbe) und Vitamin C. Hydrochinon und auch der Naturstoff Arbutin stehen im Verdacht, die Melaninbildung nicht nur zu hemmen, sondern auch die Melanozyten zu zerstören, wodurch der Eigenschutz der Haut vor kanzerogener UV- Strahlung sinkt, und sind deshalb in Deutschland für die Verwendung in Bleichcremes (Hydrochinon) nicht zugelassen bzw. werden als bedenklich bewertet (Arbutin, Bundesinstitut für Risikobewertung). Die in Asien häufig eingesetzte Kojisäure, ein Pilzenzym, ist ebenfalls umstritten, da sie eine experimentell mutagene (DNA- verändernde) Wirkung auf Bakterien und außerdem kontaktallergisches Potenzial hat.

BeautyDelicious: Welche Inhaltsstoffe können Pigmentflecken wirklich (ohne Schäden) bleichen? Was sollte auf der INCI-Liste stehen?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Bisher unbedenklich depigmentierende Wirksamkeit wird Vitamin C, Polyphenolen, Rucinol (hemmt neben der Tyrosinase auch TNP1, ein weiteres Enzym des Melaninstoffwechsels), Azelainsäure und Vitamin-A-Säure-Derivaten (Tretinoin, Adapalen) zugeschrieben. Da alle depigmentierende Substanzen durch die Reduktion des Melaningehaltes die UV-Empfindlichkeit erhöhen, sollte auf eine Kombination mit photoprotektiven Substanzen wie GM-Glucan geachtet werden.

BeautyDelicious: Lassen sich diese ‚bleichenden‘ Inhaltsstoffe mit anderen Anti-Aging- Cremes kombinieren oder heben bestimmte Wirkstoffkombinationen den Bleich-Effekt auf? Welche wären das? Ich denke an Retinol?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Kombinationen sind grundsätzlich möglich. Die Mischung aus Hydrochinon und Vitamin A (Retinol) bzw. Vitamin-A-Säurederivaten ist durch den hautverdünnenden und zellerneuerenden Effekt der Vitamin-A-Säure sogar stärker wirksam.

BeautyDelicious: Warum reicht es nicht aus, nur nachts eine Anti-Spot-Pflege aufzutragen und tagsüber nur einen Sonnenschutz?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Abhängig vom Ausprägungsgrad der Sonnenflecken: unter UV-Einstrahlung, vor der auch ein in der Tagespflege enthaltener Lichtschutz nicht zu 100 % schützt, pigmentieren Sonnenflecken durch Intensivierung der Melaninproduktion nach, weshalb ebenfalls eine den Melaninstoffwechsel hemmende Substanz enthalten sein sollte. Mit nachts aufgetragenen Anti-Spot-Cremes kann logischerweise nur bereits gebildetes Melanin abgebleicht, aber keine präventive Wirksamkeit erreicht werden.

BeautyDelicious: Bei Pigmentflecken unterscheidet man zwischen drei Stufen (entstehender Pigmentfleck, sichtbarer Pigmentfleck, wiederkehrender Pigmentfleck) . Wie passe ich die Inhaltsstoffe meiner Pflege den unterschiedlichen Graden an?

Dr. med. Susanne Steinkraus: Bei zunehmender Bestandsdauer kann es bei Sonnenflecken neben einer intensiveren Pigmentierung zu einer ausgeprägten Verhornung bzw. zu einer Verdickung der obersten Hautschichten kommen, sodass neben depigmentierenden Substanzen auch hornhautauflösende, also keratolytische Wirkstoffe enthalten sein sollten.

BeautyDelicious: Was unterscheidet hormonell bedingte Pigmentflecken von sonnenbedingten Pigmentflecken und wie entstehen sie? 

Dr. med. Susanne Steinkraus: Bei hormonell bedingten Pigmentflecken, dem sogenannten Melasma oder Chloasma, umgangssprachlich auch Schwangerschaftsmaske genannt (kann aber auch außerhalb der Schwangerschaft auftreten und wird z.B. durch Einnahme hormoneller Kontrazeptiva begünstigt), handelt es sich um eine Hyperpigmentierung durch eine Östrogen- und Gestagen-getriggerte Hyperaktivität der Melanozyten bei genetisch prädisponierten Patienten, deren wichtigster Cofaktor bei der Entstehung Sonnenlicht ist. Wichtigste präventive Maßnahme ist somit neben einem konsequenten Lichtschutz die Anwendung eines nicht-hormonellen Kontrazeptivums.

Melasmen können auch durch die Einnahme lichtsensibilisierender Medikament wie Johanniskraut entstehen oder als Folge phototoxischer Reaktionen, z.B. nach Auftragen von Duftstoffen oder Bergamotte-Ölen und anschließender UV-Exposition. Sonnenflecken, die sogenannten Lentigines solares, entstehen durch eine Vermehrung der Melanozyten unter UV-Exposition und nicht durch eine Überaktivität bestehender Zellen.

BeautyDelicious: Liebe Frau Dr. med. Steinkraus, vielen Dank für das höchst informative Gespräch.

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Veröffentlicht am
3. September 2019



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