17 wichtige Fragen rund um das Thema Sonnenschutz

Sonnenschutz

Sonnenschutz ist wichtig! Gerade jetzt, wo ich aufgrund meines jahrelangen Vitamin-D-Mangels von meinem Arzt Sonnenbaden verordnet bekommen habe, muss ich mich als überzeugte Sonnenmeiderin (Hautalterung, Hautkrebs) regelmäßig aus meiner Höhle begeben und einen auf Sonnenanbeterin machen, wenn ich nicht wie Sméagol aka Gollum enden möchte. Dabei fühle ich mich jedes Mal wie eine Vampirin, die aus ihrer Gruft ans Tageslicht gezerrt wird. Aber für die Gesundheit bin ich bereit, einiges auf mich zu nehmen. Die ärztlichen Anweisungen habe ich zum Anlass genommen, mich noch einmal intensiver mit dem Thema Sonnenschutz zu beschäftigen und die Experten des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) dazu interviewt.

1. Was ist der Unterschied zwischen Creme, Öl und Spray?

Ob Creme, Öl oder Spray – alle Sonnenschutzmittel schützen zuverlässig auf Basis von Schutzfiltern vor den gefährlichen UV-Strahlen. Sie unterscheiden sich in erster Linie in ihrer Konsistenz und ihrer Anwendungsform. Während Cremes als Emulsionen neben Fetten auch Wasser enthalten, sind reine Sonnenöle flüssiger als Cremes. Sowohl Cremes als auch Öle werden direkt auf die Haut aufgetragen und dann verteilt. Sprays werden durch Aufsprühen auf die Haut aufgebracht und dann verrieben.

Die Bandbreite der Anwendungsformen ist groß und Verbraucher sollten sich das Produkt aussuchen, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht – dabei aber immer auf den passenden Lichtschutzfaktor achten. Ein Spray eignet sich beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten besonders gut, da es immer wieder schnell und unkompliziert aufgesprüht werden kann und nicht so fettend ist wie eine Creme oder ein Öl. Öle hingegen nähren die trockene Haut. Und eine Creme lässt sich gut verteilen und zieht schnell ein.

2. Wie viel Sonnenschutzmittel muss verwendet werden?

Sonnenschutzmittel sollten immer großzügig aufgetragen werden. Um die volle Schutzwirkung auszunutzen, ist es sinnvoll, sich frühzeitig einzucremen, also am besten schon bevor man das Haus verlässt. Dann ist die Haut bereits von Anfang an gut geschützt. Sonnencreme, -milch, -gel oder -spray brauchen keine Vorlaufzeit, um zu wirken.

3. Muss ich wirklich immer wieder nachcremen?

In jedem Fall ist ein regelmäßiges Nachcremen wichtig, um die Schutzwirkung aufrechtzuerhalten. Durch schwimmen, schwitzen oder abtrocknen der Haut mit einem Handtuch kann sie sich verringern. Nachcremen und wiederholtes Auftragen verlängern jedoch nicht die Schutzwirkung. Sie wird dadurch lediglich aufrechterhalten. Bei einer sichtbaren Rötung der Haut hilft dementsprechend nicht ein nochmaliges Nachcremen, sondern nur ein konsequentes „Raus aus der Sonne“.

4. Welche Körperpartien muss ich besonders intensiv schützen?

Bei Aktivitäten in der Sonne sollten alle Hautpartien mit Sonnenschutzmitteln geschützt werden, die nicht von Kleidern bedeckt sind. Dabei die „Sonnenterrassen“ des Körpers nicht vergessen: Nase, Ohren und Nacken sind besonders der Sonne ausgesetzt, da hier die UV-Strahlung meist senkrecht auftrifft. Wer sommerliche Tops trägt, sollte auch an die Schultern denken. Besonders schutzbedürftig sind auch die Lippen. Sie haben keinen Eigenschutz, weil ihnen die Hornschicht fehlt und sie nur wenige Melaninpigmente bilden.

Auch die Kopfhaut sollte durch eine Kopfbedeckung geschützt werden, da durch die Haare – insbesondere am Scheitel – Sonnenstrahlen auf die Haut treffen können. Und Stellen am Körper, an die man beim Eincremen nicht so gut gelangt, wie beispielsweise der Rücken, erhalten oft auch zu wenig Aufmerksamkeit. Hier kann eine andere Person beim Eincremen helfen. Für den Schutz der Augen ist eine Sonnenbrille unverzichtbar.

5. Muss ich mich eincremen, obwohl ich nur im Schatten liege?

Ja, auch im Schatten strahlt die Sonne. Im Schatten trifft immer noch fast die Hälfte des direkten Sonnenlichts auf die Haut. Und gerade am Strand werden die UV-Strahlen der Sonne durch Wasser und den hellen Sand reflektiert. Tipps gibt es hierzu auch hier.

6. Was bedeutet der Lichtschutzfaktor (LSF)?

Der Lichtschutzfaktor gibt die Wirksamkeit des Sonnenschutzproduktes an: Ein hoher LSF steht für eine hohe Schutzwirkung gegen UVB-Strahlung, ein niedriger LSF für einen entsprechend geringeren Schutz. Zusätzlich zum Lichtschutzfaktor werden seit einiger Zeit EU-weit auch sogenannte Schutzklassen auf den Produkten angegeben: Basis, mittel, hoch und sehr hoch.

Bei empfindlichen, zu Sonnenbrand neigenden Hauttypen ist ein hoher Schutz die erste Wahl (mindestens Lichtschutzfaktor 30). Für dunkle Hauttypen ist die mittlere Schutzklasse (etwa LSF 20) ausreichend. Im Zweifel sollte lieber ein höherer Schutz gewählt und die Zeit in der Sonne verkürzt werden. Außerdem ist ein ausgewogener UVA-Schutz wichtig. Hierauf weist ein UVA-Logo auf dem Sonnenschutzprodukt hin. Heute haben praktisch alle am Markt erhältlichen Sonnenschutzmittel – entsprechend den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen – einen an den Lichtschutzfaktor angepassten, angemessen hohen UVA-Schutz. Der Lichtschutzfaktor ist also das wesentliche Entscheidungskriterium für die Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels. Eine individuelle Lichtschutzfaktor-Empfehlung gibt es tagesaktuell hier.

7. Was ist der Unterschied zwischen chemischer oder mineralischer Sonnenpflege, wo liegen die Vor- und Nachteile?

Bei den UV-Filtern unterscheidet man zwischen löslichen organischen („chemischen“) UV-Filtern und solchen auf Basis von Mikropigmenten. Während lösliche UV-Filter die UV-Strahlung absorbieren und in der oberen Hautschicht einen unsichtbaren Schutzschild bilden, reflektieren, streuen und absorbieren UV-Filter auf Basis von Mikropigmenten die Sonnenstrahlen. Um einen möglichst breiten Schutz zu erzielen, werden häufig Kombinationen von unlöslichen Mikropigmenten und löslichen UV-Filtern eingesetzt.

8. Warum gibt es keinen Sonnenschutz auf rein natürlicher Basis?

Immer wieder werden Sonnenschutzfilter auf natürlicher Basis angekündigt. Eine ausreichende Schutzleistung, die auch nur annähernd der Leistung der zugelassenen UV-Filter entspricht, konnten diese Filter bisher jedoch nicht aufweisen. Auch konnten sie bisher die strengen Sicherheitskriterien für die Zulassung kosmetischer Produkte nicht erfüllen.

9. Sind die in der Sonnenpflege enthaltenden Nanopartikel schädlich für die Gesundheit?

Nein. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen: Der Gebrauch von Kosmetika, die Nanomaterialien enthalten, ist unbedenklich. Experten des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) betonen, dass die „einzige Problematik bei Sonnenschutzmitteln deren Nichtverwendung“ sei.

10. Warum werden Nanopartikel in der Sonnenpflege verwendet?

Der Vorteil von Nanomaterialien in Kosmetika wird gerade an der Konsistenz von Sonnenschutzmitteln deutlich. Die früheren vergleichsweise zähen Pasten machten es Verbrauchern schwer, Sonnenschutzmittel einfach und bequem aufzutragen. Dadurch, dass ihre Partikelgröße in den Nanometerbereich verringert wurde, lassen sich pigmenthaltige Sonnencremes heutzutage sehr leicht auf der Haut verteilen. Auch die Schutzwirkung gegen UV-Strahlung konnte so wesentlich verbessert werden.

11. Wie lange ist Sonnencreme haltbar?

Sonnenschutzmittel sind in der Regel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (Sanduhr-Symbol) oder aber mit einer Aufbrauchsfrist nach dem Öffnen gekennzeichnet (Symbol eines offenen Cremetiegels mit Angabe der Haltbarkeit nach dem Öffnen in Monaten, zum Beispiel „24 M“). Bis zum angegebenen Datum beziehungsweise innerhalb des angegebenen Zeitraums nach dem Öffnen – meist aber auch wesentlich länger – kann das Produkt bedenkenlos verwendet werden. Die angegebene Schutzleistung bleibt in jedem Fall erhalten. Lediglich kleine Reste aus einer Packung vom Vorjahr oder Produktreste, die sich von der Konsistenz oder vom Geruch her spürbar verändert haben, sollten ggf. verworfen werden.

Ein Tipp zur Aufbewahrung: Zuhause, aber auch im Auto, in der Badetasche oder im Reisegepäck sollten Sonnenschutzmittel möglichst kühl, trocken und an einem schattigen Plätzchen aufbewahrt werden – dadurch wird die Haltbarkeit länger aufrechterhalten. Ein Mittel, das am Strand ständig der prallen Sonne und Verschmutzung – etwa durch Sand – ausgesetzt ist, verfällt schneller als eines, das im Schatten und gut verschlossen gelagert wird.

12. Kann man eine Tagescreme mit Lichtfilter auch als Sonnencreme verwenden?

Wir begrüßen es sehr, dass Tagespflegeprodukte UV-Filter enthalten, da das zusätzliche Auftragen eines Sonnenschutzes von vielen in der morgendlichen Pflegeroutine vergessen wird. Denn gerade das häufig der Sonne ausgesetzte Gesicht benötigt einen guten Schutz durch UV-Filter. Das Auftragen eines zusätzlichen Sonnenschutzes ist bei längeren Aufenthalten in der Sonne natürlich trotzdem empfehlenswert, da eine Tagescreme häufig nur Lichtschutzfaktor 15 enthält.

13. Warum gibt es spezielle Kinder-Sonnencremes?

Babys und Kleinkinder sollten während der ersten zwölf Monate überhaupt nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Ihre Haut ist viel dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Die natürlichen UV-Eigenschutzmechanismen sind vor allem während der ersten sechs Lebensjahre noch nicht vollständig entwickelt. Die Fähigkeit, eine schützende Lichtschwiele zu entwickeln, muss sich erst noch ausbilden. Auch ist Kinderhaut noch nicht in der Lage, schnell und ausreichend Pigmente (Melanin) für den hauteigenen UV-Schutz zu bilden. Und die Mechanismen zur Reparatur der UV-Schäden funktionieren auch noch nicht richtig. Kleine Kinder sind daher durch die Sonne besonders gefährdet und bedürfen eines besonderen Schutzes. Am besten schützen sie Kleidung oder spezielle auf die Bedürfnisse der Kinderhaut abgestimmte Sonnenschutzmittel.

14. Wie lange kann ich mit Sonnenschutz draußen bleiben?

Das ist von vielen Faktoren abhängig, beispielsweise vom Hauttyp oder von dem Ort, an dem man sich aufhält. Auch die Höhe spielt eine Rolle. Grundsätzlich gilt aber: Sonnenschutzmittel sind kein Freibrief für einen endlosen Aufenthalt in der Sonne. Auch wer sich ausgiebig mit hohen Lichtschutzfaktoren eincremt, sollte mit der Sonne achtsam umgehen: kein Produkt kann die UV-Belastung vollständig ausbremsen. Eine gewisse Dosis UV-Strahlen erreicht die Haut immer. Wichtig: Man sollte aus der Sonne gehen, bevor sich die Haut rötet.

15. Was ist der Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen?

UV-Strahlen dringen je nach Wellenlänge unterschiedlich tief in die Haut ein. Kurzwelligere UV-B-Strahlung durchdringt die oberste Hautschicht und kann dort die Zellen schädigen. Ebenso erreicht sie das Bindegewebe, das der Haut ihre Form, Spannkraft und Elastizität verleiht. Für eine kurze Zeitspanne kann die Haut die Strahlen aushalten, ohne zunächst sichtbaren Schaden zu nehmen. Doch oberhalb einer bestimmten Bestrahlungsdosis und nach einer gewissen Zeit entwickelt die menschliche Haut eine Rötung: Man bekommt einen Sonnenbrand.

Die längerwelligen UVA-Strahlen dringen wesentlich tiefer in die Haut ein als die kurzwellige UVB-Strahlung. Sie erreichen sogar die Unterhaut und können dort strukturelle Veränderungen an den elastischen Fasern, Kollagen und Elastin, auslösen. Die unschönen Folgen: Das Bindegewebe wird geschwächt und verliert seine Elastizität. Die Haut altert schneller, erschlafft und wird faltig. Poren und Gefäße erweitern sich. Außerdem verstärkt UVA-Licht die schädlichen Wirkungen der UVB-Strahlen und erhöht damit das Risiko eines Sonnenbrands. Eine längere Einwirkung von UVA-Strahlen löst DNA-Schäden, sogenannte Mutationen, aus. Dabei werden die Moleküle verändert und so die Reparaturmechanismen der Zelle und ihre Fähigkeit zur Zellteilung geschwächt. Letztendlich kann dies bis hin zum Hautkrebs führen.

16. Was ist der UV-Index?

UV-Index (UVI) ist ein Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung. Das heißt: Je höher der UVI ist, desto höher ist das Sonnenbrandrisiko. Die UVI-Zahlenwerte reichen von null bis zwölf. Je höher der Index-Wert, desto höher ist die Belastung für die Haut. So bedeutet beispielsweise ein Index zwischen drei und fünf eine mittlere Belastung und es werden Schutzmaßnahmen empfohlen, die sich am Hauttyp ausrichten. Am UV-Index lässt sich auch ablesen, innerhalb welcher Zeit ein bestimmter Hauttyp einen Sonnenbrand bekommt.

17. Sollte eine Sonnenpflege sowohl gegen UVA als auch UVB schützen?

Ja. Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren eine Reihe neuer Erkenntnisse über die schädigenden Auswirkungen der UV-Strahlung gewonnen. Zuvor hatte man sich in der Forschung in erster Linie auf die Problemstellung Sonnenbrand konzentriert, der durch den UVB-Anteil der Sonnenstrahlung ausgelöst wird. Die Wirkung der UVA-Strahlen wurde lange Zeit unterschätzt. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen jedoch, dass die UVA-Strahlung ebenfalls an lichtbedingten Hautveränderungen beteiligt ist.

Und nun wünsche ich Euch viel Spaß in der Sonnen und denkt an die Sonnenbrille!

Dieser Beitrag enthält werbliche Inhalte in Form von Markenerwähnung und Verlinkungen.

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Bild: Leila Ivarsson



Veröffentlicht am
12. Juli 2019



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