Nachhaltig reisen ist möglich

nachhaltig reisen

Das Thema ist ja gerade sehr aktuell und auch mich beschäftigt es, gerade weil reisen zu meinem Beruf dazugehört. Deshalb liebe ich ihn auch unter anderem so sehr. Aber jede geschäftliche und private Reise sorgt eben auch für CO2-Emissionen. Laut einer Studie der Universität von Sydney* gehen rund acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen auf den Tourismus zurück. Dabei landen die Deutschen beim Pro-Kopf-Ausstoß auf dem dritten Platz, nach den USA und China.

Nun muss ich gestehen: ich liebe das Fliegen und diese besondere Atmosphäre an den Flughäfen, die Vielzahl an Menschen, das Gewusel und das Gefühl von Abenteuer. Das habe ich alles nicht, wenn ich mit der Bahn fahre. Nichtsdestotrotz möchte ich klimaschonender unterwegs sein. Deshalb fahre ich innerhalb Deutschlands wieder mehr Zug, anstatt zu fliegen. Denn 75 Prozent der touristischen CO2-Emissionen werden bei der An- und Abreise verursacht. Das Flugzeug macht 40 Prozent und das Auto 32 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes im Tourismus aus. Um eine positive Klimabilanz zu erreichen, sollte laut Umweltbundesamt der Pro-Kopf-Jahresausstoß nicht eine Tonne CO2 überschreiten. (Flug HH-Mallorca = 587 kg CO₂)

Das stellt mich allerdings bei der Urlaubsplanung vor Herausforderungen, denn Länder wie Italien oder Frankreich kommen bei Kurztrips mit zwei Nächten nicht infrage, wenn man aus Hamburg mit der Bahn anreist. Deshalb fokussiere ich mich erst einmal auf den Norden, und wenn mehr Zeit ist, dann werden Zwischenstopps geplant, da der Nachtzug für mich bis jetzt noch keine Option ist. D.h. nicht, dass ich komplett auf das Fliegen verzichten werde, aber wo es möglich ist, wird die Bahn benutzt.

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Trinkflasche aus Glas von Carrybottles, Food Canister von Klean Kanteen, Bio Hand-Hygienespray von Dr. Bronner

Reisegepäck
Vanir Backpack von Helly Hansen mit großem Hauptfach, gepolsterter Rückseite und 35 L Volumen ist perfekt für einen Trip mit 2-3 Übernachtungen. Koffer von Rimova

In dem Zusammenhang habe ich auch angefangen, Wasser – und Thermosflaschen sowie Behälter für das Essen zu nutzen. Ich war immer jemand, der sich am Bahnhof eingedeckt hat. Aber bei der letzten Reise musste so viel Müll und vor allem Plastik entsorgt werden, dass ich beschlossen habe, dem jetzt mal entgegenzuwirken. Und bis jetzt konnte ich in jedem Hotel die Behälter abgeben und sie wurden in der Küche gespült.

Nebeneffekt der Bahnreisen: Ich schränke mich bezüglich Kleidung bei dem Gepäck ein, da ich mehr Platz für Getränkeflaschen und Essensbehälter brauche. Was dazu führt, dass ich viel bewusster packe und nicht noch zehn Extra-Outfits mitnehme, weil ich Angst habe, ich hätte nicht genügend Auswahl. Und ja, aus Gewohnheit nutze ich tatsächlich seit längerem auch auf Reisen einen Rucksack.  Mehr dazu erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Nachhaltiges Verhalten am Urlaubsort

Auf die An- und Abreise zu achten, ist nur ein Teil, wenn es um einen sanften Tourismus geht. Was man zu Hause tut, kann man auch im Urlaub fortsetzen, nämlich Müll richtig entsorgen und diesen zu vermeiden, wenn es geht, indem man sich z.B. die Zeit nimmt, den Kaffee vor Ort zu trinken, anstatt to go oder die eigene Trinkflasche für unterwegs mitnimmt, um Plastikmüll zu sparen. Man benötigt am Urlaubsort nicht immer ein Auto. Zu Fuß, per Rad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man die Gegend umweltfreundlich erkunden.

In diesem Zusammenhang finde ich es auch wichtig, dass man sich im Vorfeld einer Auslandsreise über das Reiseland und seine Bevölkerung, Sitten und Gebräuche etc. informiert. Empfehlenswert hierfür ist das Portal fairunterwegs. Achtet auch auf Euren Wasserverbrauch, wenn ihr unterwegs seid und passt ihn den örtlichen Gegebenheiten an. Nicht überall hat man den Luxus wie in Deutschland rund um die Uhr Zugang zu Trinkwasser zu haben. Und besucht die lokalen Märkte, um regionale Produkte und deren Bauern zu unterstützen.

Auch bei der Unterkunft auf die Umwelt achten

Denn die macht 21 Prozent der CO2-Emissionen des Tourismus aus. Hier arbeiten ja bereits einige Hotels dran, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Auch im Fünf-Sterne-Bereich tut sich langsam etwas, wie etwa beim Scandic Hotel.  Aber noch nicht genug, da es vielen Gästen der gehobenen Hotellerie schwer zu vermitteln ist, dass Luxus und Umweltbewusstsein sich nicht zwangsläufig ausschließen müssen. Wer mehr über das Engagement der Unterkunft bezüglich Nachhaltigkeit wissen möchte, schaut auf deren Homepage.

Hilfreich sind auch die unterschiedlichen Ökosiegel für Urlaubsunterkünfte oder Portale wie greenpearls, ecobn oder bedandtree. Hier wird für jede Buchung ein Baum gepflanzt!

Den Aufenthalt im Hotel umweltfreundlicher gestalten

Sobald ich früher ein Hotel betreten habe, hat bei mir das Gehirn auf Service und Verwöhnen umgeschaltet und nachhaltiges Handeln hat Urlaub gemacht, da ich ja auch tatsächlich Urlaub vom Alltag mache. Aber den Entspannungsmodus kann man auch vollends erleben und gleichzeitig auf seine Umwelt achten. Zum Beispiel mit diesen Tipps:

• Standby beim Fernseher ausschalten, sobald man das Zimmer betritt, genauso wie Lichtquellen, die nicht benötigt werden. Vor allem, wenn man das Zimmer wieder verlässt. Das Bett hat keine Angst im Dunkeln.

• Auf dem Zimmer befindet sich meist ein Mülleimer im Bad und dann noch ein bis zwei im Zimmer verteilt. Anstatt nun alle zu nutzen, gerade wenn diese mit einer Plastiktüte ausgestattet sind, nur einen benutzen. Spart Plastikmüll und dem Housekeeping Zeit.

• Handtücher können auch das zweite Mal verwendet werden, ohne das dabei das Gefühl von Luxus und Urlaub abhandenkommt. Wäre nur wünschenswert, wenn das Housekeeping diesen Wunsch auch respektieren würde und nicht einfach die Handtücher austauscht, obwohl sie NICHT auf dem Boden liegen. Da ist vonseiten der Hotels noch viel Schulung nötig, damit ein Umdenken beim Housekeeping stattfindet. Deshalb diesbezüglich immer Feedback geben, damit sich etwas ändern kann.

• Wenn möglich, nicht die kleinen Flaschen mit Duschgel, Shampoo etc. nutzen, sondern seine Kosmetik selbst mitbringen und diese ggf. zu Hause umfüllen. Wenn Ihr sie doch nutzt, dann nehmt die angebrochenen Fläschchen mit, denn sie werden nicht nachgefüllt, sondern weggeworfen.

• Seit einigen Monaten wird zu Hause wieder die klassische Handseife verwendet. Deshalb wird die angebrochene Seife aus dem Hotel auch mit nach Hause genommen. Denn auch die landet nach der Abreise im Müll.

• Urlaub verleitet zu übermäßigem Essen. Wenn sich alle beim Büffet nur das nehmen würden, was sie auch wirklich essen, würde am Ende des Tages weniger Essen im Abfall landen.

• Zeitungen abbestellen, wenn man nicht vorhat, sie zu lesen. Da spart pro Tag die Plastiktüte ein, in der sie morgens eingepackt an der Tür hängen.

Den eigenen CO2-Verbrauch ausgleichen

Sanfter Tourismus

Trinkflasche aus Glas von Carrybottles, Kleid von Vento Maro, Ohrringe/Armbänder von Hoffnungsträger Hamburg

Wie gesagt, ich gehöre nicht zu den Menschen, die ab jetzt nicht mehr fliegen und andere dafür an den Pranger stellen. Mir geht es darum, dass jeder für sich Möglichkeiten nutzt, um den persönlichen ökologischen Fußabdruck einer Reise zu verringern und das geht eben auf vielfältige Weise. Denn wenn alle ein wenig tun, hat es in der Summe einen Rieseneffekt auf die Umwelt. Und Eure Kinder und deren Kinder werden es Euch danken!

Wer oft fliegt oder das Auto nutzt, hat die Möglichkeit, seine klimaschädlichen Emissionen durch eine Geldspende in Klimaschutzprojekte zu kompensieren. Hier ein paar Initiativen mit unterschiedlichen Ansätzen:

climatefair.de

atmosfair.de

primaklima.org

thecompensators.org

arktik.de

climatepartner.com

wir-fahren-klimafreundlich.org

Und nun wünsche ich Euch nachhaltige und erlebnisreiche Reisen voller schöner Erinnerungen!

Dieser Beitrag enthält werbliche Inhalte in Form von Markenerwähnung und Verlinkungen.

* Quellen: Studie der Universität von Sydney, Utopia

Bild: Leila Ivarsson