Hotel Hochschober

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Es gibt Hotels, mit denen verhält es sich wie mit Menschen. Man verliebt sich erst auf den zweiten oder sogar dritten Blick in sie. So erging es mir auch mit dem Hochschober in Kärnten. Das architektonische Durcheinander des Vier-Sterne-Superior-Hotel, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich schreckte mich anfänglich ab. Für meinen Geschmack gibt es zu viele stilistische Epochen, die durch bauliche Erweiterungen aufeinander treffen und keine ästhetische Einheit bilden.

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Auch mein Hotelzimmer konnte mich nicht überzeugen. Spätes 80er Jahre Ambiente in Kombination mit urigem, ländlichem Holzdesign ist nicht mein Fall. Allerdings gibt es mittlerweile 30 neu gestaltete Zimmer in warmen Rot- und Brauntönen. Nach dem Bild zu urteilen, hätte mir dies eher zugesagt. Da Geschmack aber bekanntlich etwas sehr individuelles ist und ich nun schon mal dort war, wollte ich die Ästhethik für die nächsten 3 Tage außer Acht lassen und mich ganz auf das Hotel einlassen. Positiv überrascht war ich von dem aufmerksamen und freundlichen Empfang. Von der Rezeption, über das Servicepersonal im Restaurant und in der Bar bis zu dem Spa-Team, ich hatte immer das Gefühl willkommen und gut aufgehoben zu sein. Dadurch stellte sich bei mir schnell ein heimeliges Gefühl ein.

Hochschober Restaurant

Nach der ersten Erkundungstour ging ich zum Mittagessen. Das Mittagsbuffet zwischen 12 bis 16 Uhr wechselt täglich. Zur Wahl stehen eine Suppe, ein Tagesgericht und verschiedene Rohkostsalate. Kulinarisch hat mich das Hochschober sehr beeindruckt. Das reichhaltige Frühstücksbüffet bietet viele regionale Spezialitäten. Fleisch, Wurst, Käse, Butter, Milch, Joghurts, Kräuter und saisonales Gemüse stammen zum großen Teil von Bauern aus Kärnten und aus der nahen Umgebung. Dazu gibt es eine große Auswahl an Brotsorten und Marmeladen, Müsli, Obst, Gemüse, Säften, Eingelegtes, Waffeln und Süßes. Und natürlich frisch zubereitet Eierspeisen. Frucht- und Gemüsesäfte können im „Saftladen“ gepresst werden. Ausgebildete Baristas bereiten an der Kaffee-Bar diverse Kaffeevarianten zu. Aber auch Teetrinker kommen auf ihren Genuß, denn zur Wahl steht ein umfangreiches Sortiment aus hochwertigen chinesischen Tees, vor allem Grünen Tee. Frühaufsteher bekommen ab 7 Uhr einem chinesischen Morgentee im Teehaus serviert. Ab 18.30 Uhr werden regionale und internationale Gerichte angeboten. Salate und Vorspeisen sowie Dessert- und Käsevariationen vom Buffet ergänzen das Abendessen. Musikalisch umrahmte Themen- und Spezialitäten-Abende finden regelmäßig statt. Ein- bis zweimal in der Woche kann ein Platz am Küchen-Stammtisch, gegen Aufpreis, reserviert werden. Dort erlebt man unmittelbar das Geschehen in der Küche und wird mit zahlreichen Köstlichkeiten verwöhnt.

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Nach dem Lunch wurden die Highheels gegen festes Schuhwerk getauscht und ich traf mich mit dem Wanderführer im „Basislager“, ein Ausgangs- und Endpunkt für alle Unternehmungen in die Natur. Der Raum ist eine Mischung aus gemütlichem Wohnzimmer, Treffpunkt und Schuhraum. Hier starten Wanderer ihren Ausflug und haben die Möglichkeit ihre Flaschen mit Tee, Wasser oder Säften aufzufüllen. Im Winter dient es als Skidepot. Das Hotel liegt am Rande des Nationalparks Nockberge. Von dort auserreicht man die wichtigsten Ausflugsziele in kurzer Zeit. Entweder mit dem Auto oder bei Ausflügen, die das Hotel im Sommer anbietet. Tolle Ausflugsziele sind der Nationalpark Nockberge, der unter besonderem Naturschutz steht,  die behutsam in die Natur eingefügte 34 Kilometer lange Nockalmstraße, das Natur-Schaffelbad Karlbad, das „Granatium“, Europas einzige begehbare Granatader, der Hochseilgarten Innerkrems, der Sagamundo, das Haus des Erzählens und Silva Magica, der künstlerische gestaltete Naturerlebnispark. Neu im Angebot ist seit 2010 das Wandern mit 5-Finger-Shoes. Bei diesen Sinnesausflug entdeckt man mit sogenannten 5-Finger-Shoes das Gefühl des Barfußgehens in der Natur. Es gibt auch die Möglichkeit Qi Gong oder Yoga am Grünsee zu üben oder auf der hoteleigenen Vastlhütte zu frühstücken.

Hochschober Schwimmbad

Nach der Wandern war Entspannung angesagt und dazu eignet sich hervorragend der Wellnessbereich. Dieser umfasst auf 2.700 Quadratmetern u.a. ein orientalisches Badehaus mit Hamam-Waschungen, eine Saunalandschaft mit finnischen Saunen und einem Zirbensauna-Blockhäuschen am See, drei Außenpools – der Faulenzerpool (36° C), die Grüne Lagune (38° C), die Blaue Lagune (36° C), ein Hallenbad mit Blick auf den Turracher See und ein Ruhepool. Wer will, legt sich am Alpenstrand in die Liege oder kann sich kostenlos ein Ruder- und Tretboot sowie ein Wasserfahrrad ausleihen. Der Spa bietet verschieden Behandlungen und Schönheitsanwendungen an. Besonders zu empfehlen ist die Haki-Behandlung, über die ich bereits an anderer Stelle geschwärmt habe. Für den letzten Tag hatte ich mir einen Termin geben lassen, um tiefenentspannt abreisen zu können!

Hochschober Seebad

Einer meiner Highlights war das morgendliche Schwimmen im beheizten See-Bad mit tollen Blick auf die Landschaft. Der Pool (10 x 25 m) ist konstant 30 Grad warm und ganzjährig geöffnet. Der perfekte Start in den Tag!

Hochschober Chinaturm

Ein Chinaturm in den Alpen

Hochschober Chinaturm Innenansicht

Sehr beeindruckt war ich von dem Chinaturm. Mit der Planung des 4-stöckigen Teehauses in der typischen Pagoden-Bauweise beauftragte man Professor Zhang, den obersten Denkmalschützer der chinesischen Provinz Henan. Handwerker aus China entwarfen das Dach und die Holzarbeiten und reisten auch für den Bau an. Im April 2004 wurde mit dem Bau begonnen und zu Beginn der Sommersaison 2005 waren der Turm fertig. Im obersten Stockwerk befindet sich das „Schöne Teehaus am Berg“. Hier kann man in aller Ruhe Tee trinken, lesen und den Blick auf den See geniessen. Die Stockwerke darunter beherbergen Gesundheits-, Kreativ- und Meditationsräume. Hier finden Tai Chi-, Qi Gong- und Yogastunden statt sowie Lesungen, Schreib- und Malseminare. Außerdem kann man sich hier mit original chinesischen Massagen verwöhnen lassen. Unbedingt einer chinesischen Teezeremonie, die Gong Fu Cha genannt wird, beiwohnen. Ich konnte am 2. Tag daran teilnehmen und war noch lange davon beseelt.

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Wer gerne im Urlaub liest, wird sich im Wortreich, die Bibliothek mit Lesesalon, gut aufgehoben fühlen. Es gibt gemütliche Liegen, Fauteuils, Schreib- und Leseplätze am Fenster, Beistelltischen, Wolldecken, Bücherstützen, einen offenen Kamin und gutes Licht. Gut 3.000 Büchern stehen zur Auswahl. Darunter sind viele Lieblingsbücher der Eigentümer sowie Bücher, für die man sich, in Abstimmung mit Literatur-Experten, entschieden hat. Man findet hier Werke der Weltliteratur, Unterhaltungslektüre, Biografien, Bildbände, Krimis, Science-Fiction und Fantasy, Lyrik, englische und italienische Bücher, Ratgeber und Sachbücher. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Literatur am Berg“ sind regelmäßig Autoren zu Gast, die aus ihren Büchern lesen. Interessante Persönlichkeiten stellen ihre Lieblingsbücher vor und Experten geben Einblicke in fremde Kulturen. Ich hatte das Vergnüngen, die Gebrüder Grimm mal von einer anderen Seite kennen und schätzen zu lernen. Es war ein schöner Start in den Abend, bevor es zum Dinner ging.

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Neun eigens für das Hotel angefertigte Spieltische schmücken den neuen Raum im Bereich der Kaminhalle. Auf ihren Tischplatten sind verschiedene Brettspiele eingearbeitet. Man hat die Wahl zwischen Schach, Mühle, Mensch ärgere dich nicht, Dame, Halma und dem chinesischen Strategiespiel Go. Neben den klassischen Brettspielen gibt es noch über 200 Gesellschaftsspiele. Zum Repertoire zählen darüber hinaus Spiele, die thematisch zum Hotel Hochschober passen, wie A la carte, Fauna und Welt der Weine. Langeweile sollte hier als nicht aufkommen.

Hochschober Kindervilla Jugendclub

Professionelle Kinderbetreuung und ein umfangreicher Baby-Service erleichtern den Urlaub mit Kindern. 2008 eröffnete ein Gebäude, das die Kinder-Villa mit Kindergarten und den Jugend-Club beherbergt. Das ausgebildete Personal kümmert sich täglich von 8.30 bis 13.30 Uhr und von 16.30 bis 20.30 Uhr um die Kleinen. Es gibt u.a. einen Kletterturm mit Bällebad, Puppen-, Kuschel- und Baustein-Ecken, eine Kinderküche mit Essbereich, Kinder-Toiletten, im abgesicherten Außenbereich Spielgeräte, den Sandspielpavillon und die Kletterwand. Der Jugend-Club im 1. Stock bietet einen Billardtisch, Tischfußball, Flipper, einen Dartautomaten, Internet-Computerplätze, einen Fernseher mit Sitzecke, Playstations und einen Fotoplay-Automaten.

Fazit:
Obwohl ich anfänglich etwas verhaltend auf das Hotel reagiert habe,  hat sich das berühmte “Hochschobern“ nach kurzer Zeit bei mir eingestellt und die Abreise fiel mir schwer. Der Entspannungsfaktor ist sehr hoch und ich konnte leider nicht alle Angebote in der kurzen Zeit wahrnehmen. Also habe ich einen Grund, bald wieder zukommen.

Zur Zeit kostet ein 4-Tages-Arrangement von Sonntag bis Donnerstag ab 596,-– pro Person.

Hotel Hochschober GesmbH
Turracher Höhe 5
9565 Kärnten
Österreich
Tel: +43 4275 8213, Fax: +43 4275 8368

Bilder: Hochschober

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