Hof ist eine Reise wert!

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Hof ist eine deutsche Provinz, die nicht zu unterschätzen ist! Diese Erfahrung habe ich gerade gemacht, als ich gemeinsam mit meinem Freund Sascha Sarmast nach Hof gereist bin, um wiederrum seinen Freund Ben Popson, ein großartiger lyrischer Tenor, der mit einem fantastischen Schauspieltalent gesegnet ist, in seiner Rolle als August Kuhbrot, der erste Fremde, in der Operette von Eduard Künneke „Der Vetter von Dingsda“ zu sehen.

Also sind wir Samstags um sechs Uhr nach Nürnberg geflogen und dann ging es weiter nach Hof mit dem Regionalzug. Gesamtreisezeit: 6 Stunden. Die Ankunft am Bahnhof Hof hat mich die Reisezeit gleich vergessen und mein Handy zucken lassen. Denn das erste Instagram Motiv war gefunden. Eine imposante, majästetische Wartehalle im Neorenaissance-Stil mit buntem Stuck an den Decken, entworfen von Georg Friedrich Seidel und 1880 eröffnet.

Auf Entdeckungsreise in Hof

Weiter ging es zu Fuß ins neue Zuhause von Ben, welches er die nächsten zwei Jahre sein nennen wird, solange sein Engagement dauert. Auf dem Weg bin ich immer wieder mit meinen Vorurteilen, die ich gegenüber Provinzen manchmal hege, konfrontiert worden. Architektonisch hat Hof nämlich wirklich etwas zu bieten: eine Mischung aus historischen Gebäuden, Häuser und Kirchen mit typisch bayrischen Touch, aber dann auch Art Deco Bauten und 1970er Elemente, die man heute wieder als Retrochic bezeichnet. Sascha und ich die ganze Zeit nur:  wow, omg, schau mal, unglaublich, mei wie schee.  Und ich natürlich am Dauerknipsen.

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hof saale

Nachdem die Koffer abgestellt waren, konnten wir nicht an dem Flohmarktladen (Friedrichstraße 4-8, 95028 Hof) vorbei, der sich neben dem Hauseingang befand. Ich habe es ja nicht so mit gebrauchten Gegenständen. Aber die Jungs wollten da unbedingt rein. Und was soll ich sagen! Das „wow, omg, schau mal, unglaublich, mei wie schee“ ging weiter. Es ist ein Paradies für Liebhaber der 50er- bis 70er-Jahre. Keramiken, Gläser, Kaffeeservice etc. Super erhalten und zu Preisen, da möchte man den ganzen Laden aufkaufen. Aber die Vorstellung, das alles in der Bahn und im Flieger zu transportieren, hat mich in meinem Kaufwahn gebremst. Aber mitgenommen habe ich vier Sets vom Melitta aus den 50er-Jahren. Dazu dann selbstgemachter Kuchen am Sonntag und Filme aus der Zeit und die Zeitreise ist perfekt. Die Einnahmen kommen übrigens dem örtlichen Tierheim zugute. Schöne Idee, die beim nächsten Besuch unterstützt wird.

Weiter ging es durch die Innenstadt zum Lunch, bevor ich mich zum Hotel aufmachte, welches für die nächsten zwei Tage mein temporäres Zuhause sein würde: das Hotel Central Hof.

Flohmarktladen Hof
Flohmarktladen Hof Saale

Gemütlich, modern mit einem Babor Spa

Das Hotel Central  ist perfekt gelegen gegenüber dem Theater Hof, wo am Abend die Premiere stattfand.
Es ist ein inhabergeführtes 4-Sterne-Hotel und Partner der SORAT Hotels. Es bietet seinen Hotelgästen Zimmer in zwei Einrichtungsstilen. Liebhaber des rustikalen Stils und dunkler Holzmöbel werden sich hier genauso wohlfühlen wie Menschen, deren Herz für modernes, klares Design schlägt, so wie ich. Ich bewohnte ein Comfort-Business-Zimmer mit großem Schreibtisch – perfekt, da ich Arbeit mitgebracht hatte – und einer großen Récamiere, um endlich einmal in Ruhe die Zeitung lesen zu können und einem XXL-Bett (210 x 160 cm) mit einer Matratze, die einen erholsamen Schlaf garantiert. Es gab genügend Platz, um meine ganzen Outfits, und es waren eine Menge, unterzubringen und das Bad war geräumig und bot ausreichend Ablagefläche für all meine Beautyprodukte. Alles in allem eine sehr behagliche Atmosphäre und ich weiß, dass ich dort wieder nächtigen werde bei der nächsten Premiere.

Hotel Central Hof
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Ein großer Pluspunkt des Hotels: ein Babor Spa! Ja, mitten in Hof gibt es eine großzügig und modern gestaltete Spa-Lounge nur mit Babor-Produkten mit diversen Kabinen, Ruheraum und einer Sauna.

Ich hatte mir eine Gesichtsbehandlung ausgesucht und meine Haut wurde von Frau Krumpholz auf das Vortrefflichste verwöhnt.Sie nutzte die Produkte aus der Skinovage Pflegesystem Babor-Serie Vita Balance für fett- und/oder feuchtigkeitsarme Haut u.a. mit den Wirkstoffen der alpinen Stammzellen zur Vorbeugung der licht- und umweltbedingten Hautalterung.

Eingeleitet wurde das Treatment mit einer 2-Phasen-Reinigung bestehend aus dem Hy-Öl, das tiefenwirksam mit Detox-Wirkstoffen der Odermennig-Pflanze und Quillaja-Extrakt reinigt, zusammen mit der Phytoactive Base. Zusammen wird der Lipidmantel der Haut bereits bei der Reinigung aufgebaut.

Danach wurden meine Augenbrauen leicht korrigiert und die anschließende Hautbildanalyse war die Basis für die weitere Behandlung.

Es folgte das Mild Peeling aus feingemahlenen Pfirsichkernen, die Lippenpflege mit Lip & Eye Care und die Sensational-Eye-Augenpflege mit Hibiskusextrakt und Babor Tetra Peptid zur Kräftigung der Kollagenfasern und zur Förderung der hauteigenen Hyaluronsäureproduktion.

Nächster Schritt: Bedampfen der Haut mit Vapozon und die Entfernung von Hautunreinheiten. Gefolgt von der Multi-Active-Vitamin-Fluid-Ampulle und der Comfort Cream Maske mit Sheabutter, angereichert mit dem Algen-Active-Fluid zum Durchfeuchten und Mineralisieren der Haut. Die Massage für Gesicht, Hals und Dekolleté mit der Lipid Intense Cream, einer reichhaltigen Pflegecreme mit Wiesenschaumkraut, Hyaluronsäure und Granatapfelextrakt war ein Traum. Zum Abschluss wurde die passende Daily Moisturizing Cream aufgetragen.

Hof: kulturell und kulinarisch weit vorne

Danach bin ich auf mein Zimmer in mein Bett und habe eine Stunde geruht, bevor es hieß: aufstehen, anziehen, aufhübschen und rüber ins Theater, wo Sascha und seine Mutter bereits auf mich warteten, um den Abend vergnüglich mit „Der Vetter von Dingsda“ zu verbringen. Die Premiere dieser Inszenierung fand am 05.11.17 statt. Das Stück (Uraufführung 1921, wurde auch schon dreimal verfilmt) ist ein Liebes-, Irr- und Verwirrspiel mit bekannten Arien wie „Ich bin nur ein armer Wandergeselle“ oder „Ganz unverhofft kommt oft das Glück“. Ich war begeistert von der zeitgenössischen Inszenierung mit zahlreichen Star-Wars-Referenzen. Im Moment läuft das Stück allerdings nicht, aber dafür ab dem 16.12.2017 die Maske in Blau.

theater hof eingang
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Der Vetter von Dingsda

Den nächsten Tag nutzte ich zum Ausschlafen, für mein Cardiotraining und für ein zweistündiges Frühstück mit Zeitunglesen. Für ein spätes Mittagessen hatte ich einen Tisch für uns alle im Zum Kreuzstein reserviert, um oberfränkische Schmankerln (z.B. Spinat-Knödel auf Pilzen à la Crème mit Brösel-Butter und Marktgemüse) zu essen und leckeres dunkles Bier zu trinken. Da die Portionen ja bekanntlich in solchen Lokalitäten reichhaltig sind, ging es zu Fuß durch die Stadt zum Bürgerpark Theresienstein.

Zum Kreuzstein
Rathaus Hof
Museum Bayerisches Vogtland

Theresienstein – Deutschlands schönster Park

Zu Recht wurde dieser 2003 zum schönsten deutschen Park gekürt. 1819 wurde das kahle Gelände bepflanzt und zum Park umgestaltet. Mittlerweile umfasst er 70 Hektar mit u.a. einem botanischen Garten, Tennisanlage und einem in 1832 erbauten Wirtschaftsgebäude im klassizistischen Stil, ergänzt durch Jugendstil-Elemente, welches gerade renoviert wird und in dem der Kunstverein ein Zuhause gefunden hat. Ich bin nachhaltig beeindruckt von all dem und freue mich schon auf den nächsten Spaziergang, wenn ich wieder nach Hof komme.

Theresienstein Hof
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Bürgerpark Theresienstein

Müde von der vielen frischen Luft, gab es danach erst einmal eine Schokolade mit Rum bzw. mit Baileys, bevor wir alle in mein Hotel zurückgelaufen sind, um den Abend im Kastaniengarten ausklingen zu lassen. Wir sprechen heute noch von dem unglaublich guten Essen und haben uns geschworen, dass wir jedes Mal, wenn wir uns zu Dritt in Hof sehen, dort essen werden. Geboten wird eine vorzüglich regionale, saisonale, mediterrane Küche. Von Thunfisch in Teriyaki-Sauce, Kürbiscremesuppe über Rote-Bete-Risotto mit Zander und Scampis und Wildschweinbraten (der Küchenchef selbst schießt das Fleisch) bis hin zu einer Variation von Desserts, es gab nichts, was das kulinarische Herz nicht erfreut hat. Kein Wunder, dass es allgemein als mit das beste Restaurant in Hof gepriesen wird. Ich kann einen Besuch nur empfehlen.

Central Hotel Hof Kastaniengarten

Eine konditorische Zeitreise

Der nächste Tag startete für mich mit einem langen Frühstück, wobei ich währenddessen gearbeitet habe. Aber ohne Zeitdruck, mit viel Tee und genügend Essen, lässt es sich besser arbeiten. Nach dem Auschecken trafen wir uns dann endlich in der besten Konditorei in Hof: Café Vetter.

Das Café hatte ich schon vor der Anreise gegoogelt und die Torten auf den Fotos ließen mein Herz schneller schlagen. Aber nicht nur das, das Café erinnerte mich an meine Kindheit in Wiesbaden Biebrich. Dort gab es auch so ein Café mit eigener Konditorei, wo ich meinen ersten Miniladies-Kaffee-Klatsch veranstaltet habe. Mit zwei Freundinnen bin ich als Siebenjährige sonntagnachmittags, im Sonntagsoutfit, gemeinsam dort hin, um Kakao und Bienenstich wie die großen Ladies zu uns zu nehmen. Ganz tolle Kindheitserinnerungen sind wieder hochgekommen, als ich dort saß. Nichts Stylo, nichts Hipster, einfach nur hausgemachter, köstlicher Kuchen. Die Einrichtung wird einem dann egal. Eigentlich sollte es nur eine kurze Einkehr werden, aber am Ende haben wir dort 4 Stunden verbracht, haben alles andere ausfallen lassen und sind beseelt zum Zug, um die Heimreise anzutreten. Schweren Herzens. Nicht nur, weil ich mich von Ben verabschieden musste, sondern auch, weil mir Hof in so einer kurzen Zeit ans Herz gewachsen ist. Die nächste Reise ist schon in Planung.

Cafe Vetter

Adressen:

Café Vetter, Biengäßchen 2, 95028 Hof, Telefon: 06421-25888

Flohmarktladen, Friedrichstraße 4-8, 95028 Hof

Hotel Central Hof, Kulmbacher Straße 4, 95030 Hof, Telefon: 09281-6050

Theater Hof, Kulmbacher Str. 5, 95030 Hof, Telefon: 09281 70700

Credits:

Bilder: BeautyDelicious, Thomann/Saal Theater Hof , SFF Fotodesign/ Eingang Theater Hof

Aufmacher: Schal: Antonia Zander/ Mantel: Marina Rinaldi / Tasche: Bree / Handschuhe: Roeckl

Kuchenbild: Uhr: Mido



Veröffentlicht am
10. Dezember 2016



Kommentare

  • Zwar ein schön geschriebener Artikel, aber eins hat man dezent vergessen, oder konnte es auf Grund der kurzen Dauer vielleicht nicht erkennen. Vielleicht mag es eine Reise, nein vielmehr eine Kurzreise wert sein, aber hier leben zu müssen, erfordert einiges mehr. Entweder man schraubt seine Ansprüche an das Leben, an Dinge wie moderne Einkaufsmöglichkeiten, Qualität der Lebensmittel, Bildungsstand der Menschen, Offenheit und Freundlichkeit weit, weit, weiiiit nach unten. Tja oder man ist masochistisch veranlagt! Gut….es gibt noch eine dritte Möglichkeit, ich vergaß, man kann auch nach dem Motto leben „ich kenns nicht anders“. Allein schon Besuche in kleinen Metropolen wie Bamberg oder Nürnberg, zeigen wie offen, freundlich, heiter und hochwertig das Leben sein kann, von München und anderen Großstädten mögen wir gar nicht reden. Kommt man dann ins triste, graue, rauhe Hof zurück, schlägt das aufs Gemüt und tötet jegliche Hoffnung auf Sonnenschein. Egal ob verbal oder von der Einstellung der Menschen her, kann ein weltoffener Mensch hier nur seelisch und geistig verkümmern und man gibt seinen Kindern, sofern ihr Horizont über Fußball und Alkohltrinken hinaus geht, nur einen Tip! Junge/Mädchen…..pack deine Koffer, schau dir die Welt an und wunder dich nicht, wenn man dich fragt „Was….Hof?? Oberfranken? Ja sagen sie, müssen sie da leben, oder wollen sie das etwa?“ 😉 Wenn man sich nur die einzelnen Perlen anschaut, mag das sicher sein, aber das Herz und die Seele von Hof, sind keine Schicki-Micki Restaurants oder gar der Park, es ist die katastrophale wirtschaftliche Situation, der drastische Wegzug der Jugend (wie vor der Wende), überfüllte Ausländer-Blöcke, mangelhafte und veraltete Auswahl in den Geschäften und das „ich ho a Bier, iech ho an Schofkupf, iech ho an Audi…..wo brach iech mehra“. 🙂 In dem Sinne, eine schöne Zeit! Bitte überall…nur nicht hier….

    • Was für ein verbitterter Mensch müssen Sie sein, lieber Hans. Packen Sie doch Ihre sieben Sachen und werden Sie in den Großstädten, von denen Sie gar nicht reden wollen, glücklich. Sie beschreiben Sich in Ihrem Beitrag eigentlich selbst – genau so, als ob Sie sich in Hof selber begegnet wären und jetzt die große Welt davon in Kenntnis setzen müssen. Ich bin kein Hofer, aber so ein Gschmarr hab ich selten gehört. Außerdem sollten sie sich mal Gedanken über Vorurteile und die damit verbundenen Verunglimpfungen machen, wenn sie als Aussenstehender anführen, Ihre Ansprüche an das Leben auf Grund des Bildungsstands des Hofers herunterschrauben zu müssen. Was erlauben Sie sich eigentlich? Was glauben Sie wer sie sind, so etwas öffentlich zu schreiben? Sie sollten sich schämen.

  • Mein Gott, haltet Ihr alle die Leser für verblödet?
    Genauso wie der eigentliche Artikel vor übertriebenen Lob nur trieft, genauso unberechtigt ist die Kritik des Kommentars von „Hans“.

    Stellt Euch vor auch in Hof gibt es gängige Lebensmittelketten wie Edeka oder Rewe, daneben auch Biomärkte und zahlreiche Regionalvermarkter, die Kritik an der Qualität der Lebensmittel ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Der „drastische Wegzug“ der Jugend hat sich längst in einen Migrationssaldo umgekehrt. Und wenn ein angeblicher „Schofkupf“ zitiert wird, zeigt es das Hans keine Ahnung vom Hofer Leben hat, denn dort wird gemuckt.

    Von München nach Hof gezogen kann ich nur sagen: Der Artikel ist sch…, aber in Hof kann man mit Sicherheit gut leben und offensichtlich ist auch „Hans“ geistig verkümmert und hat einen Horizont der übers Alkoholtrinken und Fußball nicht hinausgeht….

  • Lieber Hans, sie beschreiben es zwar überspitzt – dennoch im Grunde zutreffend. Was sie vergessen haben zu schreiben: Hof als bayrische Stadt zu bezeichnen (was sie zwar de facto nach der Landkarte ist) – da mag es wohl vielen Restbayern den Magen umdrehen. Das geht schon beim Hofer Dialekt an – der ein Mischmasch aus sächsisch-voigtländisch und einer seltsamen Variation des Oberfränkischen ist. Als echter Bayer musste ich fast 8 Jahre meines Lebens in Hof verbringen – und keine 10 Pferde werden mich jemals dorthin zurück bringen.

    Kurzum: Hof, die südlichste Stadt Sachsens.

  • Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters! Manche sehen nur das Schöne….andere sind nur auf das Schlechte fixiert und können Schönheit gar nicht mehr erkennen! Mehr gibt’s nicht zu sagen,

  • Lieber Hans,
    eine erbärmliche Ansage von Ihnen! Ich kann mich dem Kommentar von Chris nur anschließen, Sie müssen wirklich ein armer und verbitterter Mensch sein. Ich bin ein Hofer und weiß anhand Ihrer kurzen Zeilen, dass mein Horizont um Welten größer ist, als Ihrer jemals sein wird! Hof ist vielleicht nicht die schönste Stadt, aber wenn Sie meinen in Großstädten ist es lebenswerter – dann viel Spaß, denn hier passen Sie hin!

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